Sparprogramm
Kahlschlag bei der Lufthansa

Billigflieger, Golf-Airlines, hoher Ölpreis: Für die Lufthansa könnten die Zeiten kaum schlechter sein. Auf einen Millionenverlust reagiert der Konzern mit Einsparungen – und baut Tausende Stellen ab.  
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FrankfurtTreffender hätte es Jürgen Weber nicht ausdrücken können. „Die Lage ist bedrohlich“, sagte der Aufsichtsratschef der Lufthansa in einem am Mittwoch erschienenen Interview mit der „Börsen-Zeitung“. Am Abend folgte dann der erste Einschlag: Deutschlands größte Airline meldete einen Millionenverlust für das erste Quartal.

Am Donnerstagmorgen hatte Firmenchef Christoph Franz weitere schlechte Nachrichten: Die Lufthansa will in den kommenden 3.500 Stellen in der Verwaltung streichen, um Geld zu sparen und die Zukunft zu sichern. „Nur wenn wir jetzt die administrativen Funktionen neu strukturieren und auch einen Stellenabbau in Kauf nehmen, können wir langfristig Arbeitsplätze erhalten und neue Arbeitsplätze schaffen“, sagte Franz.

Doppelfunktionen sollten zusammengelegt und Arbeiten, die keinen Mehrwert für den Kunden schaffen, gestrichen werden. Ziel sei es, bei dem Stellenabbau vorrangig sozialverträglich vorzugehen. Der Konzern hat 120.000 Mitarbeiter.

Die Einsparungen bei den Personalkosten ein Grundpfeiler des neuen, umfangreichen Sparplans „Score“, dem zweiten Kostensenkungsprogramm in Folge. Die Lufthansa kündigte das Programm Anfang des Jahres an, um im Wettbewerb mit Billigfliegern wie Ryanair und rapide wachsenden Rivalen wie Emirates bestehen zu können.

Allein ein Drittel des Gesamtvolumens von 1,5 Milliarden Euro solle nun durch die Stellenstreichungen zusammenkommen. Die Personalkosten sollten sinken, indem Doppelfunktionen wegfallen und Tätigkeiten, die „keinen Mehrwert für den Kunden schaffen“, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns. „Es wird nicht gehen, die gleichen Aufgaben einfach mit weniger Mitarbeitern zu machen“, sagte Franz.

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