Spediteure werden zunächst nicht entschädigt
Speditionsbranche befürchtet massiven Stellenabbau

Nach der Einigung mit der EU zur Lkw-Maut hat der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) davor gewarnt, die Maut ohne den Steuerausgleich für die Spediteure einzuführen. Der Verband befürchtet einen Abbau von bis zu 100 000 Arbeitsplätzen.

HB/dpa BERLIN. „Es kann nicht sein, dass wir für die Straßenbenutzung gleich zwei Mal bezahlen - durch die Maut und durch die Mineralölsteuer“, sagte BGL-Geschäftsführer Karlheinz Schmidt der „Berliner Zeitung“ (Mittwoch).

Er regte an, die Maut erst dann einzuführen, wenn auch der Ausgleich für die Spediteure endgültig geregelt ist. Zumindest müsse es eine Regelung „innerhalb weniger Monate geben. Ansonsten werden wir in Deutschland in drei bis vier Jahren 100 000 Arbeitsplätze auf Dauer abschreiben können“. Allein im Vorjahr seien 20 000 schwere Lkw abgemeldet worden. „2003 dürften es noch einmal 10 000 bis 20 000 werden.“ Große Zweifel äußerte Schmidt an der pünktlichen Bereitstellung der Erfassungsgeräte: „Beim Einbau herrscht noch immer Chaos, viele Geräte funktionieren nicht.“

Die Betreiberfirma Toll Collect versicherte, der Start ab dem 2. November sei gesichert. „Das System wird funktionieren“, sagte ein Toll-Collect-Sprecher dem Blatt. Derzeit seien 84 000 Bordcomputer für die Lkw ausgeliefert worden, bis 2. November würden es 410 000 sein.

Die EU-Kommission hatte am Dienstag nach wochenlangem Streit mit der Bundesregierung dem Start der Lastwagen-Maut in Deutschland am 2. November zugestimmt. Allerdings werden Spediteure zunächst nicht - wie von Rot-Grün geplant - für die Gebühren entschädigt. Auf diesen Kompromiss einigten sich Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) und EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio in Brüssel.

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