Speditionen ordern nur zögerlich
Toll Collect räumt Verzug bei Mautgeräten ein

Toll-Collect-Chef Christoph Bellmer hat bekräftigt, die Lkw-Maut werde pünktlich zum Jahreswechsel starten. Bei der Auslieferung der Erfassungsgeräte ist das Unternehmen indes in Verzug.

HB BERLIN. Toll Collect-Chef Christoph Bellmer hat die jüngsten Spekulationen zurückgewiesen und einen pünktlichen Start der Lkw-Maut beteuert. Die Maut werde pünktlich zum 1. Januar 2005 starten, sagte Bellmer der «Automobilwoche». Wie die «Welt am Sonntag» allerdings am Samstag vorab berichtete, räumte Bellmer am Donnerstagabend bei einem vertraulichen Treffen mit rund 20 Vertretern großer deutscher Speditionen ein, dass Toll Collect bei den Vorbereitungen für die satellitengestützte Lkw-Maut nicht im Zeitplan sei.

Teilnehmerkreisen zufolge habe Bellmer gesagt, dass von den Lkw-Computern, den so genannten On-Board-Units (OBUs), erst rund 145.000 Stück ausgeliefert worden seien - rund 15.000 weniger als bis zu diesem Zeitpunkt ursprünglich geplant. Bellmer sagte der «Automobilwoche» dazu, das Ziel von 500.000 eingebauten Geräten bis zum Jahresende sei nicht mehr zu schaffen.

Nach Angaben des Mautbetreibers, an dem neben der Deutschen Telekom auch DaimlerChrysler und der französische Autobahnbetreiber Cofiroute beteiligt ist, sind 600.000 Geräte vorhanden, wie die «Welt am Sonntag» weiter berichtete. Von denen sollten alle diejenigen bis Mitte September ausgeliefert werden, die bis zum 4. August bestellt worden seien. Der Verzug bei den OBUs gefährde aber nicht die Einführung, so Bellmer gegenüber der «Automobilwoche» weiter. Die Mauterhebung sei nicht auf OBUs angewiesen.

Bevor die OBUs aber in den Werkstätten eingebaut werden können, muss jedes einzelne Gerät «personalisiert», also mit den Daten des jeweiligen Lastwagens gefüttert werden. Dadurch sind erst rund 45.000 Lkws mit der Technik ausgerüstet, wie Bellmer in der «Automobilwoche» einräumte. 100.000 seien noch zum Einbau bereit. Doch seien die Spediteure zögerlich, die Werkstätten seien nicht ausgelastet: «Wir können pro Woche bis zu 30.000 Stück bearbeiten, haben aber derzeit maximal 3000.»

Bei den Servicepartnern von Toll Collect sei die Situation ähnlich. Während diese monatlich 100.000 Stück einsetzen könnten, seien es derzeit gerade mal 8000 pro Woche. Der Einbau der Bordcomputer sei ein «Sorgenkind des Projekts», gestand Bellmer.

Die erst kürzlich bekannt gewordenen Zahlen zum Einbau der OBUs hatte Befürchtungen geweckt, der Maut-Start könnte sich erneut verzögern. Verbände der Verkehrswirtschaft sowie Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hatten infolge dessen die Spediteure dazu aufgerufen, den Einbau voranzutreiben.

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