Spektakulärer Seitenwechsel: Jetzt stellt Pofalla die Weichen für die Bahn

Spektakulärer Seitenwechsel
Jetzt stellt Pofalla die Weichen für die Bahn

Die Opposition schäumt, Lobbywächter schlagen Alarm: Der mögliche Wechsel von Ronald Pofalla zur Bahn empört. Doch für Bahn-Chef Grube kommt er wie gerufen. Denn auf Pofalla warten in Berlin und Brüssel viele Baustellen.
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DüsseldorfWas die Deutsche Bahn von ihrem Cheflobbyisten erwartet, hat Gerhard Brunnhuber so ausgedrückt: „Ich gebe und besorge Informationen, so muss man sich meine Aufgabe vorstellen.“ Der CDU-Politiker pflegt für Bahnchef Rüdiger Grube die politischen Beziehungen in Berlin und Brüssel. Jetzt soll Roland Pofalla (CDU), bis zuletzt Chef des Kanzleramtes, die Strippen in Ministerien und Behörden ziehen. Nicht als Zuarbeiter der Chefetage, sondern als neues Vorstandsmitglied.

Noch hat sich der Merkel-Vertraute Pofalla nicht selbst zu den neuen Jobaussichten geäußert. Auch der Bund als Eigentümer der Bahn hält sich bedeckt. Dazu müsste dies erst einmal eine Angelegenheit des Aufsichtsrats werden, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Freitag in Berlin. Dennoch gilt als sicher, dass der 54-Jährige ein neues Ressort für die langfristige Unternehmensstrategie und Kontakte zur Politik übernehmen soll – Brunnhuber geht bald in den Ruhestand.

„Eigentlich war der frühere Bahnchef Hartmut Mehdorn bekannt dafür, Verbindungsleute aus der Politik zu installieren“, sagt der Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Jetzt kopiert Grube dieses System.“ Der Haken: Pofalla sei bislang nicht gerade als Bahnexperte aufgefallen. „Es ist ein weiteres Indiz dafür, wie in Deutschland Bahnpolitik gemacht wird: Die wichtigen Posten werden nicht mit Experten besetzt.“

Die Personalie Pofalla sorgt für heftige Diskussionen in Berlin. „Da entsteht der Eindruck, dass der bisherige Kanzleramtsminister gezielt gekauft wird“, wird Ulrich Kelber (SPD), Staatssekretär im Justizministerium, in der „Passauer Neuen Presse“ zitiert. Es hinterlasse keinen guten Eindruck, „wenn man aus einem Ministeramt direkt in eine erkennbar auf Lobbyismus gerichtete Funktion wechselt“, sagte Kelber weiter. „So etwas wirft ein schlechtes Licht auf alle Politiker.“ Auch die Opposition aus Linken und Grünen im Bundestag äußerte sich empört. Heftige Kritik kam von der Anti-Korruptionsorganisation Transparency. Der Bund der Steuerzahler forderte klare Regeln für einen Wechsel  in die Wirtschaft: „Um bei einem Wechsel eines Politikers in die Wirtschaft jeden Beigeschmack zu verhindern, sollte die Politik eindeutige und transparente Regeln finden“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel Handelsblatt Online. Die Internet-Plattform abgeordneten-watch.de forderte Pofalla auf, den Vorstandsposten nicht anzunehmen.

„Die Bundesregierung sollte den Wechsel von Pofalla über den Aufsichtsrat verhindern“, sagte Timo Lange von LobbyControl im Interview mit Handelsblatt Online. Ein solch übergangsloser Wechsel aus dem Amt in eine Lobbytätigkeit sei nicht akzeptabel. „Durch seine frühere Tätigkeit hat er zudem einen privilegierten Zugang zu den entscheidenden Personen in der Politik, die Ansprechpartner für die Deutsche Bahn sind“, sagte Lange. „Es ist einfach etwas ganz anderes, wenn ein ehemaliger Kollege oder Vorgesetzter um einen Termin bittet als wenn ein einfacher Lobbyist irgendwo anruft.“

„Was die Vernetzung mit der Politik angeht, hat die Deutsche Bahn eigentlich keinen Nachholbedarf“, sagt Gerd Aschoff vom Fahrgastverband Pro Bahn zu Handelsblatt Online. „Wenn Pofalla in den Bundesvorstand gehievt wird, dann muss er allerdings umgehend sein Bundestagsmandat zurückgeben.“ Die Interessensgegensätze seinen sonst zu groß.

Für Grube soll Pofalla wohl vor allem seine Drähte ins Kanzleramt nutzen und die Interessen der Deutschen Bahn in Brüssel vertreten. Lesen Sie auf den nächsten Seiten die To-Do-Liste für den neuen Cheflobbyisten.

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  • und vor allem sind die bahnkarten ja nicht alle wie für dumme angekündigt so bei 2,5 % erhöht worden. Wer es mal nachmisst kommt auf 4 bis über 6% auf manchen strecken.
    Aber wir sklaven haben noch glück. Wenn die bahn die preise erstmal - wie die stromversorger - anstatt 1mal dann doch 2 mal im jahr erhöhen, so kommen wir dann wie beim strom auf über 10%.
    ...und michel dumm in die glotze und hofft auf bessere nachrichten :-))
    Und leute wie pofalla lachen sich schlapp und könnten laut lachend durch dioe fussgängerzone laufen.... jeder deutsche motzer würde dann vor lauter angst die strassenseite wechseln.

  • da fahren wir halt schön mit dem bus, oder?!!

  • Für mich ist der Mann ein Vorbild.

    Kündigt den Job, um mehr Zeit für Familie und Privatleben zu haben. Aber findet sofort eine neue Anstellung mit einem deutlich, um nicht zu sagen, exorbitant höherem Gehalt bei weniger Arbeit.


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