Spekulationen treiben Aktie ins Plus
Aktionärsschützer kritisieren Streit um Karstadt-Chef

Wenige Tage vor einer Sitzung des KarstadtQuelle- Aufsichtsrats gerät Konzernchef Christoph Achenbach weiter unter Druck. Aktionärsschützer forderten ein schnelles Ende der anhaltenden Diskussion um die Führung des ums Überleben kämpfenden Handelsriesen.

HB ESSEN. „Die Spekulationen um Konzernchef Christoph Achenbach schaden dem Unternehmen“, sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz Jürgen Kurz in einem dpa- Gespräch zu der der für den Donnerstag angesetzten Aufsichtsratssitzung.

Personalangelegenheiten stünden bei der Sitzung jedoch nicht auf der Tagesordnung des Kontrollgremiums, sagte am Montag KarstadtQuelle-Sprecher Jörg Howe. An der Börse setzten sich die Papiere des angeschlagenen Handelskonzerns unter dem Eindruck der anhaltenden Spekulationen über die Zukunft des KarstadtQuelle-Chefs mit einem Kursplus zunächst an die Spitze des Nebenwerte-Indexes MDAX. „Es vergeht kaum ein Tag ohne Spekulationen um Achenbach, dennoch springt die Aktie meist darauf an“, sagte ein Händler.

Ein „Vorstandsvorsitzender auf Abruf“ habe Probleme, ein derart ambitioniertes Sanierungsprogramm umzusetzen, wie es sich der KarstadtQuelle-Konzern vorgenommen habe, sagte Aktionärsschützer Kurz. „Ich sehe noch nicht, dass das Unternehmen über den Berg ist“, sagte Kurz. Es müsse nun darum gehen, die Diskussion schnellstmöglich zu beenden, sagte er. Dies könne sowohl durch eine Abberufung Achenbachs als auch durch eine Verlängerung seines im Frühjahr 2006 auslaufenden Vertrags geschehen.

In zahlreichen Medienberichten war in den vergangenen Wochen immer wieder über die Zukunft des erst seit neun Monaten amtierenden Konzernchefs spekuliert worden. Hintergrund sollen ausbleibende Erfolge bei der Sanierung des ums Überleben kämpfenden Konzerns sein. Unternehmenssprecher Jörg Howe hatte die Berichte jedoch immer wieder zurückgewiesen. Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff hatte sich zuletzt Mitte vergangenen Monats mit einer Erklärung hinter den Konzernchef gestellt.

In seinem Warenhausbereich kündigte der Konzern am Montag zusammen mit der Projektentwicklungsgesellschaft AM Development Germany GmbH die Eröffnung eines völlig neu konzipierten Warenhauses in der Duisburger Innenstadt an. Der Warenhauskonzern dabei künftig jedoch nur als Mieter in einem neu erbauten Ladenkomplex eine Fläche von 13 500 Quadratmetern belegen, hieß es.

Nach dem noch in diesem Jahr geplanten Baubeginn auf dem Grundstück des ehemaligen Duisburger Karstadt Hauses werde im Jahr 2007 mit der Eröffnung gerechnet. Auch in Essen werde weiterhin an den Planungen für ein rund 60 000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum am Standort des Karstadt Warenhauses gearbeitet, sagte ein Unternehmenssprecher. Baubeginn werde jedoch frühestens im kommenden Jahr sein.

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