Spekulationen über Börsengang
Die Bahn kommt – vielleicht schon im Oktober

Der für den Herbst angekündigte Börsengang der Bahn könnte früher stattfinden, als geplant. Medienberichten zufolge peilt das Unternehmen bereits den 27. Oktober als Emissionstermin an. Auch wenn die Bahn dies bisher nicht kommentieren wollte, die Motivation der möglichen Vorverlegung scheint klar.

HB BERLIN/FRANKFURT. Die Deutsche Bahn strebt Kreisen zufolge den 27. Oktober als Zeitplan für den Teilbörsengang des Transportgeschäfts an. "Dies ist das derzeitige Zieldatum", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Dienstag der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX und bestätigte damit einen Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital". Da die sogenannte Roadshow für Investoren bei Börsengängen meist zwei Wochen vor dem Emissionstermin beginnt, könne insofern von einer Zeichnungsfrist vom 13. bis 24. Oktober ausgegangen werden. "Der Zeitplan ist plausibel", sagte die Person. Damit wäre es möglich, dass die Logistik-Aktie vom Arbeitskreis Indizes noch beim letzten Überprüfungstermin des Jahres am 3. Dezember in den Dax aufgenommen werden kann.

Die Bahn will einen Anteil von 24,9 Prozent an ihrer neuen Verkehrstochter DB Mobility Logistics zum Kauf anbieten. Bisher war in den Medien stets vom 5. November als erstem Handelstag die Rede gewesen. Ein Bahn-Sprecher bestätigte die Angaben nicht. Als Termin sei stets der Herbst genannt worden, zu einem konkreten Tag habe sich das Unternehmen nie geäußert.

Ob es bei dem früheren Zeitpunkt bleibt, hängt nach Auskunft der informierten Person noch von einigen Kriterien ab. So komme es zum Beispiel darauf an, ob der Konzern die benötigten Informationen für den Wertpapierprospekt schnell genug zusammentragen und das Dokument fertigstellen könne. Auch angesichts des schwankenden Kapitalmarktumfeldes wolle sich die Bahn eine gewisse Flexibilität erhalten.

Am Vortag hatte der Vorstandsvorsitzende von Deutscher Bahn und DB Mobility Logistics AG, Hartmut Mehdorn, gesagt, trotz der Finanzmarktkrise sei immer noch viel Geld vorhanden und die professionellen Anleger würden nur darauf warten, es bei der Bahn zu investieren. Die Bewertung der Aktie leide nicht unter der Kreditkrise am Finanzmarkt, sagte die Person zu Dow Jones Newswires. Mit dem Börsengang der Bahn vertrauten Personen gingen nicht davon aus, dass die Börsenpläne der Bahn durch die anhaltende Finanzmarktkrise belastet seien. Die Kurse börsennotierter Bahnunternehmen in der Peer Group würden gegenwärtig aufgrund der guten Geschäfte tendenziell eher steigen.

Das Magazin hatte zudem berichtet, die Bahn erwarte einen Erlös von vier bis sechs Mrd. Euro. Der Bahn-Sprecher wollte diese Angabe nicht kommentieren. "Dazu haben wir uns nie geäußert, das sind alles nur Spekulationen", sagte er. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hatte im Frühjahr mit bis zu acht Milliarden Euro kalkuliert. Über die genaue Bewertung der Bahn und den Umfang der geplanten Kapitalerhöhung sei noch keine Entscheidung gefallen, erklärte ein Insider.

Über die Zeichnungsspanne werde erst einen Tag vor Beginn der knapp zwei Wochen währenden Roadshow entschieden. Spätestens in der kommenden Woche werde sich die Bahn auf die Mitglieder des erweiterten Bankenkonsortiums festlegen: "Das sind alles Hausbanken der Bahn", hieß es von einer mit den Vorgängen vertrauten Person. Als Konsortialführer hatte die Bahn bislang die Deutsche Bank, Goldman Sachs, Morgan Stanley und UBS benannt. Die Dresdner Bank wird zudem das Retailgeschäft koordinieren. Auch hierzu wollten Sprecher der Deutschen Bahn und Deutschen Bank keine Stellungnahme abgeben. Der Bahn-Sprecher wiederholte lediglich die bisherige Ankündigung, der Börsengang sei für Herbst geplant.

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