Spielwarenhandel

23. Dezember – wichtigster Tag des Jahres

Die Stunde der Spielwarengeschäfte schlägt, wenn Onlineanbieter nicht mehr rechtzeitig liefern können. Der Samstag vor Heiligabend dürfte deshalb der umsatzstärkste Tag des Jahres werden – unter einer Bedingung.
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Spielzeug: Warum der 23. Dezember der wichtigste Tag 2017 ist Quelle: dpa
Lego-Weihnachtsbaum in Sydney (Archivbild)

Die Klötzchen sind ein Verkaufsschlager in der Weihnachtszeit.

(Foto: dpa)

MünchenLego-Sets, Playmobil-Packungen und Carrera-Bahnen – in den Wochen vor Weihnachten erwirtschaften die Spielwarenhändler rund 40 Prozent vom gesamten Jahresumsatz. Ob ein Jahr gut ausfällt oder schlecht, entscheidet sich für die Ladenbesitzer in der Weihnachtszeit. Besonders wichtig sind die letzten Tage vor dem Fest.

Denn dann haben die Geschäfte einen Vorteil gegenüber den stark wachsenden Internetanbietern wie Amazon: „Die entscheidende Schlacht wird in der letzten Woche geschlagen, wenn die Leute zweifeln, ob die Onlinepakete noch rechtzeitig kommen“, sagte Thomas Märtz, Chef der Spielwaren-Verbundgruppe Vedes, dem Handelsblatt.

Die mehr als 800 Mitglieder der Genossenschaft erwarten vor allem am 23. Dezember einen regelrechten Ansturm. Spätestens am Samstag vor Heiligabend dürfte es den meisten Konsumenten zu risikoreich sein, auf eine pünktliche Lieferung durch die Paketdienste zu vertrauen.

Auch der Bundesverband des Spielwareneinzelhandels (BVS) geht daher von proppenvollen Läden an jenem Tag aus. Dass die Kassen sich wie erwartet füllen, ist aber nicht garantiert. Glatteis, überfrierender Regen oder starker Schneefall könnten den Kaufleuten das Geschäft kaputt machen. Wenn die Leute nicht in die Innenstädte gelangen, geben sie auch nichts aus.

Bislang allerdings sind die Spielwarenhändler mit dem winterlichen Wetter sehr zufrieden. „Dieses Jahr ist früh Weihnachtsstimmung aufgekommen, dadurch kaufen die Menschen eher ein. Das tut uns gut“, unterstrich Vedes-Vorstand Achim Weniger. Der Branchenverband BVS rechnet fürs laufende Jahr mit einem Umsatzplus von bis zu zwei Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro.

Diese Spielzeuge landen auf dem Wunschzettel
Platz 10: Street Magic
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Bis Weihnachten ist es nicht mehr lang – daher hat der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) die Top-10 der Spielwaren in diesem Jahr gekürt. Das Ranking zeigt: Zum Fest dürften einige Kinderwünsche die Nerven der Eltern strapazieren. So schaffen es der Zauberkoffer der Ehrlich Brothers, ein deutsches Showmagier-Duo, auf Platz zehn der Top 10 Spielwaren 2017. Darin finden sich unter anderem 40 Zaubertricks, Zauberhandschellen und ein Zauberportemonnaie. In Videos erzählen die beiden Magier mit Steckdosenfrisuren, wie die Zaubertricks funktionieren. Der Spielwarenhersteller Clementoni verlangt dafür 49,99 Euro.

Platz 9: Riesige Bergmine
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Was im Ruhrgebiet an den meisten Orten längst Geschichte ist, lässt sich nun im Kinderzimmer nachspielen: Die Riesenbergmine von Hape International, mit Kran und Förderband und Bahngleisen über mehrere Ebenen, ist für Kinder ab drei Jahren geeignet. Kostenpunkt: 179,99 Euro.

Platz 8: Dschungel-Forschungsstation
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Wer davon träumt, sein Leben in einer Hütte mit einem Orang-Utan und menschenfressenden Tiere zu verbringen, der könnte an dieser Dschungel-Forschungsstation von Schleich auf Platz acht Interesse haben. Unklar ist, wie diese Szene aus Baby-Elefant, Panther und Krokodil ausgeht. Vermutlich werden sich alle Tiere von der Suppe nehmen, die gerade über dem Feuer hängt und einen Plan aushecken, wie sie den Menschen loswerden können. Preis 99,99 Euro.

Platz 7: VR-Racer
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Der VR-Racer kombiniert ein ferngesteuertes Spielzeug-Rennauto mit Virtueller Realität. Eine Kamera auf dem Dach des Autos überträgt das Bild live auf die VR-Brille, sodass sich Kinder ab acht Jahren fühlen, als säßen sich im Cockpit. Zudem lernen die jungen Rennfahrer früh die Mühen der Elektromobilität kennen: Der VR-Racer ist zwar schnell, muss aber länger an der Steckdose hängen als er fahren kann. Dafür verlangt der Hersteller Revell 109,00 Euro.

Platz 6: Schwerkraft erleben
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Dass das Marmeladenbrot meistens auf der Marmeladenseite landet, soll an der Höhe des Tisches liegen, munkeln Schwerkraftforscher. Wer sich für die Erdanziehungskraft unserer Erde interessiert, der könnte Spaß am Katapult und der Gauß-Kanone haben, die sich in diesem Gravitationsspiel befinden. Im Vergleich zur Dschungel-Forschungsstation sieht es recht steril aus, aber dafür wird hier auch solide Grundlagenforschung betrieben.

Platz 5: Playmobil Dragons
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Drachen und Burgen scheinen im Kinderzimmer nie auszusterben. Playmobil schielt mit seiner Drachenwelt im Wikinger-Thema auf die Fans der Animationsfilmreihe „Drachenzähmen leicht gemacht“. Die Wikinger auf Schuppentieren gibt es ab 12,49 Euro – für die komplette Drachenwelt verlangt Playmobil 124,99 Euro.

Platz 4: LEGO-City Dschungel-Forschungsstation
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„Dschungel“ und „Forschung“ zum Zusammenbauen landen auf Platz vier. Sei es ein Flugzeugwrack, ein Tempel, eine fleischfressende Riesenpflanze oder ein Mann mit einer Machete: Filmheld Indiana Jones hätte sich in dieser Lego-Welt sichtlich wohlgefühlt. Kostenpunkt: 99,99 Euro.

Die stationären Spielwarenhändler hierzulande sind schwer unter Druck, denn der Onlinehandel wächst Jahr für Jahr – und im Netz dominiert Amazon. Vor allem die kleinen Händler tun sich mit dem Internet schwer. Inzwischen besorgen sich die Deutschen 36 Prozent der Spielwaren übers Internet, nur noch 33 Prozent stammt aus den Fachgeschäften vor Ort.

Die Weihnachtsfeiertage nutzen die meisten Händler, um durchzuatmen. Denn schon am 27. Dezember stehen sie wieder in ihren Läden. „Die Tage nach Weihnachten sind enorm wichtig, da geben die Kinder ihre Geldgeschenke aus“, erklärt Vedes-Chef Märtz.

Die Deutschen nehmen im Jahr rund 290 Euro für Spielzeug in die Hand. Fast jeden fünften Euro setzen die Händler mit Marktführer Lego um. Im Oktober stammten sieben der zehn meistverkauften Artikel aus den Fabriken des dänischen Klötzchenfabrikanten. Daran dürfte sich im Weihnachtsgeschäft wohl wenig ändern. Die drei anderen Hersteller in der Spitzengruppe waren: der Puppen-Produzent Zapf, Playmobil sowie der schwäbische Mittelständler Schleich mit seinem Reiterhof. 

Das Weihnachtsgeschäft ist noch nicht vorüber, doch die Branche blickt bereits ins nächste Jahr. „Wir sind zuversichtlich für 2018“, sagt Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Herstellerverbands DVSI. Das liegt nicht zuletzt daran, dass in jüngster Zeit wieder mehr Kinder geboren wurden. Fast 800.000 Jungs und Mädchen kamen 2016 auf die Welt, gut sieben Prozent mehr als im Jahr davor. Sie werden 2018 im richtigen Alter sein, um erstmals eine Holzeisenbahn aufzubauen oder mit dem Bobby-Car eine Runde zu drehen.

Die gute Nachricht für die Eltern dabei ist: „Die Preise bleiben stabil, wir rechnen nicht mit Erhöhungen“, betont Willy Fischel, Geschäftsführer des BVS.

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