Spielzeugbranche
Großhändler Vedes setzt auf iToys

Spielsachen mit „Hello Kitty“-Motiven sind in Deutschland längst nicht so verbreitet wie in den USA. Doch ihr Anteil wird zunehmen, glaubt der Großhändler Vedes. Auch die Neuheiten versprechen ein gutes Geschäft.
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NürnbergDer Spielzeug-Großhändler Vedes will den Schwung des vergangenen Jahres nutzen und 2012 mit Neuheiten und Lizenzen punkten. Vedes sei auf Kurs, den europaweiten Thekenumsatz wie geplant um drei Prozent zu steigern, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Märtz am Freitag in Nürnberg. Der Thekenumsatz ist der Erlös, den die 1150 Vedes-Mitgliedsgeschäfte durch den Verkauf von Spielwaren an Verbraucher erzielen.

Europaweit verharrte der Wert bis Ende Mai wegen der Schuldenkrise auf Vorjahresniveau, in Deutschland stieg er um ein Prozent an. Das scheint wenig - doch den größten Umsatz macht die Spielwarenbranche traditionell im zweiten Halbjahr, vor allem in den Wochen vor Weihnachten.

Und das Weihnachtsgeschäft werde besser laufen als 2011, zeigte sich Vedes-Vorstandsmitglied Achim Weniger zuversichtlich. „Dieses Jahr wird sehr stark geprägt sein von iToys.“ Diese Verbindung von Smartphones oder Tablet-PCs mit klassischen Brettspielen werde bald aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken sein.

Bei Lizenz-Themen sei ebenfalls noch viel Luft nach oben. Der Anteil der Spielsachen, die Anleihen etwa bei Star Wars, Hello Kitty oder Beyblades machen, dürfte sich laut Weniger in den nächsten Jahren verdoppeln und dann rund 30 Prozent betragen.

Zudem bringt Marktführer Nintendo im Herbst eine neue Spielekonsole heraus, bei der der Touchscreen des Controllers als Erweiterung des Fernsehers fungiert. „Das wird dem Multimediabereich wieder einen richtigen Schub geben“, sagte Weniger über das zuletzt schwächelnde Segment.

Vedes deckt nach eigenen Angaben 45 Prozent des deutschen Fachhandels ab und ist europaweit der führende Spielzeugverbund. Die Gruppe bestätigte am Freitag ihre vorläufigen Geschäftszahlen für 2011. Der Thekenumsatz in Deutschland entwickelte sich mit plus 3,3 Prozent auf 482 Millionen Euro etwas besser als der Markt, europaweit stieg er um 4,2 Prozent auf 571 Millionen Euro. Der Gewinn ging wegen einer höheren Bonuszahlung an die Mitglieder von 1,7 auf 1,4 Millionen Euro zurück.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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