Spielzeughersteller Großer Umbau bei Lego

Der dänische Spielwarenhersteller Lego ändert seine Unternehmensstruktur und bekommt einen neuen Chef. Dadurch erhält die Eigentümerfamilie mehr Einfluss. Die strategische Ausrichtung soll aber beibehalten werden.
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Der dänische Spielwarenhersteller ordnet seine Unternehmensstruktur neu. Quelle: Reuters
Lego

Der dänische Spielwarenhersteller ordnet seine Unternehmensstruktur neu.

(Foto: Reuters)

StockholmEs sind große Fußstapfen, in die Bali Padda tritt. Der 60-jährige Brite, der in Indien geboren ist, übernimmt am 1. Januar 2017 die Führung des erfolgreichsten Spielzeugherstellers der Welt, Lego. Der überraschende Wechsel an der Konzernspitze wurde am Dienstag am Unternehmenssitz im kleinen Billund bekanntgegeben. Er ist der erste Nicht-Däne, der die Leitung des vor 84 Jahren gegründeten Familienunternehmens übernimmt.

Padda löst Jørgen Vig Knudstorp ab, der zwölf Jahre lang an der Spitze von Lego gestanden hat. Knudstorp wird vom kommenden Jahr an die neugeschaffene Einheit Lego Brand Group leiten und ab Mai 2017 auch den Vorsitz im Lego-Aufsichtsrat übernehmen. Mit Padda übernimmt kein Unbekannter das Ruder bei Lego.

Das sind die angesagtesten Spielzeuge 2016
Stadlbauer: Carrera Go Plus
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Auch wenn der Führerschein noch einige Jahre entfernt ist, spielen Autos bei vielen Kindern bereits eine große Rolle. So schafft es auch „Carrera Go!!! Plus“ unter die zehn beliebtesten Spielzeuge 2016. Die Bahn kann per Bluetooth auch mit der Carrera-App verbunden werden.

Die „Top 10 Spielzeug“ ist eine jährliche Marketingaktion für Spielzeug und Freizeitartikel in Deutschland. Die Jury, die über die zehn besten Spielzeuge abstimmt, setzt sich aus dem Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) und mehreren Spielzeug- und Freizeitexperten wie Michael Melzer, Geschäftsführer Central Europe von Toys „R“ Us, zusammen.

Hasbro: Torch, mein kleiner Drache
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Der Drache Torch ist Teil der Spielzeugreihe „FurReal Friends“ und kann auf Knopfdruck roten Sprühnebel speihen. Das Spielzeug wird vom deutschen Ableger des US-Konzern Hasbro vertrieben. Hasbro zählt in der Spielwarenbranche zu den Marktführern und setzte zuletzt 1,68 Milliarden Dollar um. Vor zwei Jahren hat Hasbro sich den lukrativen Lizenzvertrag für die Disney-Figuren gesichert. Die Firma wurde 1923 als Familienunternehmen von den Brüdern Henry und Hillel Hassenfeld gegründet.

Ravensburger: Tiptoi-Spielwelten
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Die Tiptoi-Spielwelten des Traditionsunternehmens Ravensburger schaffen es ebenfalls unter die Top Spielzeuge 2016. Für Kinder zwischen vier und acht Jahren werden gleich mehrere Welten wie Polizei und Autorennen angeboten und enthalten neben Spielfiguren Elemente zum Zusammenbauen. Der 1883 gegründete Hersteller Ravensburger zählt zu den ältesten Unternehmen in der Branche und brachte 1959 unter anderem die Erstversion von Memory auf den Markt.

Spin Master: Hatchimals
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Die „Hatchimals“ gehören zu den interaktive Spielzeugen. Beim Kauf ist das Ei zunächst geschlossen. Es schlüpft erst dann ein Küken, wenn das Ei ordentlich versorgt und gepflegt wird. Im Anschluss gibt es einen dreistufigen Entwicklungsprozess des Kükens zum ausgewachsenen Hatchimal. Das Spielzeug wird von dem kanadischen Unternehmen Spin Master produziert, das 1994 von den Freunden Ronnen Harary and Anton Rabie gegründet wurde. Obwohl es die Hatchimals seit kurzer Zeit zu kaufen gibt, gehören sie schon jetzt zu den Verkaufsschlagern.

Clementoni: Heimspiel
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Auch aus der Spielwaren-Welt ist „König Fußball“ nicht wegzudenken – der Fußball-Manager „Heimspiel“ schafft es ebenfalls unter die besten zehn Spielzeuge. Bei dem Strategie-Spiel müssen die Spieler ihre eigene Mannschaft aufstellen, taktieren und ihren Kader durch Käufe und Verkäufe möglichst gut zusammenstellen. Vertrieben wird das Spiel, das mit einer Altersempfehlung ab zwölf Jahren besonders Jugendliche und Erwachsene ansprechen soll, von Clementoni Deutschland.

Revell: Revell Junior Kit
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Mit den Modellbausätzen der US-Firma Revell sollen besonders Kleinkinder angesprochen werden. Durch einen speziellen Schraubmechanismus können die Fahrzeuge ohne Kraftaufwand zusammengebaut werden, da sie einfach ineinander gelegt werden und mit extra-großen Schrauben ausgestattet sind. Durch diese Technik sind die Modelle bereits für Kinder ab vier Jahren geeignet – und schaffen es auch deshalb unter die besten zehn Spielzeuge.

Lego: Nexo Knights – Jestros Vulkanfestung
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Auch Lego gehört in einem Großteil deutscher Kinderzimmer zum Standardreportoire, ist aber auch bei immer mehr Erwachsenen eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Die Vulkanfestung ist dabei nur eines von vielen Angeboten des dänischen Lego-Konzerns, der weltweit erfolgreich ist und erst vor einigen Tagen seine erste Produktionsstätte in China eröffnet hat. Unter den beliebtesten Spielzeugen 2016 darf Lego ebenfalls nicht fehlen.

Der ehemalige Manager bei der amerikanischen Outdoor-Modemarke Timberland arbeitet seit 14 Jahren beim Bauklötzchen-Hersteller und war zuletzt verantwortlich für die Produktion, den Vertrieb und das Personal. Mitarbeiter beschreiben ihn als humorvoll, aber sehr zielorientiert. Ein ehemaliger Manager, der lange mit ihm bei Lego zusammengearbeitet hat, bezeichnete ihn vor einiger Zeit als sehr kooperativ. „Er kann aber auch ein knallharter Hund sein“, so der ehemalige Kollege.

Der Wechsel an der Lego-Konzernspitze ist nicht die einzige Veränderung, die am Dienstag bekanntgegeben wurde. Denn gleichzeitig stärkt die Eignerfamilie um Oberhaupt Kjeld Kirk Kristiansen ihren Einfluss auf das Unternehmen mit weltweit 18.500 Mitarbeitern. Der bisherige Lego-Chef Knudstorp wird künftig als Kopf der neugegründeten Einheit Lego Brand Group die Interessen der Familie im Gesamtkonzern wahrnehmen.

Mit Thomas Kirk Kristensen hat er den Urenkel des Lego-Gründers an seiner Seite. „Wir wollen neue Möglichkeiten für die Marke Lego finden“, erklärte Knudstorp am Dienstag. Mit Möglichkeiten meint der langjährige Lego-Chef neue Partnerschaften und eine weitere Stärkung des Markennamens. Eine Neuausrichtung beinhaltet die neue Organisation aber nicht, versicherte Knudstorp.

In der neuen Unternehmenseinheit Lego Brand Group sind künftig der 75-prozentige Familienanteil am Konzern und die 30-prozentige Beteiligung an Merlin Entertainments, die die Legoland-Parks betreibt, sowie diverse weitere Beteiligungen vereint. Das dürfe aber nicht als Zeichen verstanden werden, dass die Eignerfamilie einen Ausstieg aus dem Unternehmen vorbereite.

Ganz im Gegenteil: Die Familie wolle ihren Einfluss auf die verschiedenen Beteiligungen und Tochterunternehmen ausbauen. Familienoberhaupt Kjeld Kirk Kristensen hatte bereits im Frühjahr einen Großteil der Verantwortung an seinen Sohn Thomas übertragen, der nun zusammen mit Knudstorp die neue Unternehmenseinheit leiten wird.

Vor der Pleite gerettet
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