Spirituosenhersteller
Berentzen besinnt sich auf alte Werte

Berentzen besinnt sich auf alte Tugenden: Der deutsche Spirituosenhersteller, seit den 70er-Jahren bekannt für seinen Apfelkorn, revitalisiert die Markenwelt vom Gutshof, auf dem kräftig gefeiert und gebechert wird. Dazu will das Familienunternehmen pro Jahr mit eins bis zwei neuen Geschmacksrichtungen aufwarten – und so wieder einen operativen Gewinn einfahren.

DÜSSELDORF. Der neue Vorstandschef Axel Dahm präsentiert als erste Innovation seiner Amtszeit den „Roten Apfel“, eine fruchtige Spirituosenmischung mit 18 Prozent Alkohol, die Anfang August auf den Markt kommen soll. Dahm hat seit seinem Amtsantritt zum Jahreswechsel das Produktportfolio des börsennotierten Familienunternehmens neu geordnet und will die Hauptaktivitäten zunächst auf „Berentzen“ und „Puschkin-Wodka“ konzentrieren. „Für beide Marken gibt es für die nächsten Jahre bereits eine Innnovationspipeline“, berichtet Dahm, der pro Jahr mit ein bis zwei neuen Geschmacksrichtungen punkten will. Vor allem beim Wodka sieht der 45-Jährige noch Nachholbedarf. „Wir wollen hier wieder auf Rang zwei in Deutschland kommen“, formuliert Dahm sein mittelfristiges Ziel. Derzeit dümpelt Puschkin, der immerhin auf eine Markenbekanntheit von rund 75 Prozent verweisen kann, nach Unternehmensangaben auf Rang sechs des deutschen Wodka-Rankings. Zur Ankurbelung des Absatzes hat Dahm den Marketingetat des Unternehmens bereits im laufenden Jahr von 27 auf 33 Mill. Euro erhöht.

„Das ergibt Sinn“, bewertet Johannes Rellecke von der Markenberatung Dragon Rouge die Rückbesinnung auf alte Werte. Berentzen sei immer noch der klassische Star im Portfolio des Spirituosenproduzenten, dessen Markenkern man allerdings zeitgemäß darstellen müsse, meint Rellecke.

Auch bei den Lizenzprodukten stehen einige wenige Premiumspirituosen wie Linie Aquavit, Licor 43 oder Vecchia Romagna im Zentrum der Bemühungen des neuen Berentzen-Managements. Letztlich soll das seit Jahren defizitäre operative Geschäft mit Spirituosen ab 2009 wieder Gewinn ausweisen, wie Dahm gegenüber dem Handelsblatt bekräftigte. An der Neuausrichtung der im niedersächsischen Haselünne beheimateten Getränkegruppe hatte sich zuletzt Jan Berentzen, ein Abkömmling des Apfelkorn-Erfinders Hans Berentzen, erfolglos versucht und sich nach zehnjähriger Vorstandstätigkeit in den Gesellschafterkreis zurückziehen müssen. Vorangegangen war ein Streit über die Konzernstrategie unter den Gesellschaftern, denen neben Mitgliedern der Familie Berentzen auch Vertreter der Pabst-Richarz-Gruppe angehören. Vor allem die Mitglieder dieser Gesellschaftergruppe, die einst ein umfangreiches Handelsmarkenportfolio in den Konzern eingebracht hatten, hatten gegen Jan Berentzen opponiert. Sie ist mit 35 Prozent an Berentzen beteiligt. Der Berentzen-Umsatz stagnierte in den letzten Jahren bei der 180-Mill.-Euro-Marke. Einen Überschuss brachte allein der Verkauf von Beteiligungen.

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