Spitzel-Affäre

Polizei durchsucht Ikea-Filialen

Ikea ist in Frankreich ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten. Die Möbelhauskette soll Bewerber, Gewerkschafter und Mitarbeiter gezielt bespitzelt haben. Der Ausmaß der Affäre ist wohlmöglich größer als erwartet.
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Bereits im März durchsuchte die Polizei wegen der Bespitzelungs-Affäre den Ikea-Hauptsitz. Quelle: AFP

Bereits im März durchsuchte die Polizei wegen der Bespitzelungs-Affäre den Ikea-Hauptsitz.

(Foto: AFP)

ParisIn der Affäre um die Bespitzelung von Mitarbeitern hat die französische Polizei abermals die Zentrale von Ikea Frankreich durchsucht. Wie ein Unternehmenssprecher mitteilte, durchkämmtem sechs Polizisten am Donnerstag die Archive des Firmensitzes in Plaisir nahe Paris.

Die Ermittlungen gingen voran, betonten die Anwälte der Gewerkschaften, Yassine Yakouti und Sofiane Hakiki. Dies zeige, wie wichtig die im März bekanntgewordenen Vorfälle seien. Bereits Mitte März waren die Büros und Computer der französischen Ikea-Zentrale durchsucht worden.

Die französische Justiz untersucht den Vorwurf, dass Ikea Bewerber, Mitarbeiter und Gewerkschafter von privaten Sicherheitsleuten bespitzeln ließ. Diese sollen dem Möbelhaus Informationen aus der zentralen Polizeikartei, aus der Kfz-Zulassungsstelle oder aus dem Führerschein-Register übermittelt haben. Auch Kunden sollen im Fall einer geschäftlichen Auseinandersetzung bespitzelt worden sein.

Wegen der Affäre entließ das Unternehmen im Mai vier hochrangige Mitarbeiter, unter ihnen einen früheren Chef von Ikea Frankreich und eine frühere Personalchefin. Ende Juni verabschiedete der Möbelriese zudem einen Verhaltenskodex für sein Personal. Der Text verbietet Korruption und Diskriminierung und schreibt den Respekt des Privatlebens vor. Ab Herbst sollen die Vorschriften auch in anderen Ländern verteilt werden.

  • afp
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