Spitzelaffäre
Bahn-Chef bereitet Führungsumbau vor

Der Druck auf die Bahn wächst, personelle Konsequenzen aus der Spitzelaffäre zu ziehen. Deshalb bereitet der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube einen grundlegenden Umbau an der Spitze des Unternehmens vor. Nach Informationen des Handelsblatts aus Aufsichtsratskreisen steht der Rückzug des Bahn-Vorstands Margret Suckale kurz bevor.

DÜSSELDORF. Zusätzlich sind nach Ansicht von Aufsichtsräten auch wichtige Manager der zweiten Reihe nicht länger zu halten. Insbesondere die Bereichsleiter Alexander Hedderich (Unternehmensstrategie), Jens Puls (Sicherheit) und Josef Bähr (Revision) sind durch Aussagen von Mitarbeitern belastet. Der Skandal lähmt den Konzern seit Monaten und hat bereits zum Rücktritt von Grubes Vorgänger Hartmut Mehdorn geführt.

Auch für Wolfgang Schaupensteiner läuft die Zeit ab. Der ehemalige Oberstaatsanwalt und renommierte Korruptionsbekämpfer, der als Chief Compliance Officer eigentlich Hauptakteur in der Aufarbeitung des Skandals sein müsste, ist seit Wochen nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. „Schaupensteiner ist der Erste, der gehen muss“, hieß es in Aufsichtsratskreisen.

Grube hatte bei seinem Amtsantritt am Montag dieser Woche die Aufklärung der Datenaffäre als vordringlichste Aufgabe bezeichnet. „Das ist für mich die absolute Priorität“, sagte er. Die Affäre müsse bedingungslos und lückenlos aufgeklärt werden. Bis Anfang Juni würden personelle und strukturelle Entscheidungen getroffen.

Die Deutsche Bahn lehnte gestern jeglichen Kommentar zu Personalien ab und verwies auf den Abschlussbericht der Sonderermittler in der Affäre, der in wenigen Tagen vorliegen soll.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn tagt in der kommenden Woche. Dann wird er über den Bericht der Prüfer von KPMG sowie einen weiteren Bericht des ehemaligen Bundesinnenministers Gerhart Baum und der ehemaligen Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin debattieren.

„Alles andere als ein personeller Neubeginn im Management wäre unglaubwürdig“, sagte ein Aufsichtsrat. Nach Informationen aus Kreisen des Kontrollgremiums hat Personalvorstand Suckale Angebote zum Wechsel. Sie habe sich aber noch nicht entschieden. Suckale selbst wollte sich dazu nicht äußern.

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