Spitzengespräch beendet
Bahn bietet keinen Cent mehr für Lokführer

Die Spitzen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL haben sich im Tarifkonflikt am Freitag erstmals zu Verhandlungen getroffen. Gebracht hat es jedoch nichts, bereits nach drei Stunden trennte man sich wieder.

HB FRANKFURT. Die Tarifverhandlungen wurden auf nächsten Donnerstag vertagt. Die Arbeitgeber boten an, die mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA für 134 000 Bahnbeschäftigte vereinbarte Tariferhöhung um 4,5 Prozent mit Einmalzahlung von 600 Euro zu übernehmen. Dies sei der beste Abschluss, den es jemals bei der Bahn gegeben habe, sagte Personalvorstand Margret Suckale auf einer Pressekonferenz.

Der GDL-Chef Manfred Schell zeigte sich empört. Die Bahn habe „keinen Cent“ mehr angeboten als bisher, sagte Schell. „Der nächste Donnerstag ist nun definitiv das letzte Mal, wo es uns gelingen kann, eine Einigung, eine Lösung zu finden“, erklärte Schell weiter. Danach erübrigten sich alle Gespräche. Die Frage weiterer Warnstreiks ließ er offen. Dies hänge von der für Samstag erwarteten Entscheidung des Mainzer Arbeitsgerichts ab. Die GDL hat Widerspruch gegen die einstweiligen Verfügungen eingelegt, mit denen die Arbeitsniederlegungen verboten wurden. Falls sie nicht Recht bekäme, würde noch am Samstag das Landesarbeitsgericht angerufen, sagte Schell.

Die Lokführer verlangen einen eigenen Tarifvertrag und Lohnerhöhungen von bis zu 31 Prozent. Die Übernahme des von den Gewerkschaften Transnet und GDBA abgeschlossenen Tarifvertrags über eine Lohnsteigerung von 4,5 Prozent lehnte Schell kategorisch ab. „Mit dem Ergebnis können wir niemals leben“, sagte er.

Bahn-Vorstandsmitglied Margret Suckale appellierte erneut an die Gewerkschaft, „den besten Abschluss“ der diesjährigen Tarifrunde zu übernehmen. Der Konzern sehe eine Chance für Fortschritte in den weiteren Gesprächen mit der GDL. Sie gehe davon aus, „dass wir in der nächsten Woche zumindest einer Lösung näher kommen“, sagte Suckale.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) vertritt die Interessen des Zugpersonals bei der Deutschen Bahn und bei verschiedenen Privatbahnen. Gegründet wurde sie 1867 als Verein Deutscher Lokomotivführer. Mittlerweile zäht sie 34 000 Mitglieder, die in sieben Bezirken organisiert sind. Die GDL vertritt nach eigenen Angaben 75 Prozent der DB-Lokführer und 25 Prozent der Zugbegleiter.

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