Spitzengespräch über Bahn-Zentrale vor Weihnachten
Showdown im Kanzleramt

Ein Spitzengespräch im Kanzleramt noch vor Weihnachten soll einem Bericht zufolge Klarheit im Streit über den künftigen Standort der Bahn schaffen. Kanzlerin Angela Merkel wolle den Konflikt beenden und habe Bahn-Chef Hartmut Mehdorn „einbestellt“, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

HB BERLIN. Die Bundesregierung ist gegen einen Umzug der Konzernzentrale von Berlin nach Hamburg. Das Staatsunternehmen hält aber an dem Vorhaben fest, um in Hamburg bei der dortigen Hafengesellschaft und der Hochbahn einsteigen zu können.

Bei der Bahn werde der Termin als Einladung, nicht als Einbestellung bezeichnet, schrieb die Zeitung. Bei der DB hieß es laut SZ, es handele sich bei dem Termin um eine Einladung, nicht um eine Einbestellung. Das Unternehmen gehe davon aus, dass es sich bei der Kritik des Kabinetts an den Umzugsplänen um eine Meinungsäußerung und nicht um Vorgaben für das Staatsunternehmen handele. Mehdorn wolle versuchen, Merkel von dem Geschäft zu überzeugen. Sowohl er als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Müller wollten die Chancen, sie sich in Hamburg böten, unbedingt nutzen.

Aus der Konzernspitze werde aber bestätigt, dass sowohl Mehdorn als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Müller die Chancen, die sich in Hamburg bieten, unbedingt nutzen wollen, berichtet die Zeitung. Der Bahnchef wolle bei dem Termin im Kanzleramt den Versuch unternehmen, Merkel von diesem Geschäft zu überzeugen. Mehdorn wird von den Bahngewerkschaften Transnet und GDBA unterstützt, die den halben Aufsichtsrat stellen.

Der Bahn-Aufsichtsrat tagt am 7. Dezember wieder. Der stellvertretende Vorsitzende des Gremiums, Transnet-Gewerkschaftschef Norbert Hansen, setzte sich in der SZ für das Hamburg-Geschäft ein und warnte die Bundesregierung davor, eine Verlegung der Zentrale zu untersagen. Es wäre fatal, wenn das Geschäft an der Standortfrage scheitere. „Wenn dadurch wirtschaftliche Erfolge der Bahn vereitelt werden, müsste der Staat als Eigentümer dafür einstehen.“ Aus der Bundesregierung hieß es der Zeitung zufolge dagegen, man lehne einen Umzug weiterhin strikt ab. Merkel wolle das Mehdorn persönlich sagen.

Hamburg macht derweil Druck: Die Stadt verhandelt neben der Bahn mit weiteren Interessenten über einen Verkauf von Anteilen am Hafenterminalbetreiber HHLA. „Wir sprechen auch mit Finanzinvestoren über einen Einstieg beim Hafen; Exklusivität haben wir mit der Bahn nicht vereinbart“, sagte Finanzsenator Wolfgang Peiner der „FTD“. Die Bahn habe aber Vorrang.

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