Sponsoring in der Mode: Glamour, Glanz und Küchenrollen

Sponsoring in der Mode
Glamour, Glanz und Küchenrollen

Immer mehr Designer arbeiten eng mit Sponsoren aus der Wirtschaft zusammen, um die wachsenden Kosten für ihre Modenschauen bewältigen zu können. Doch die Kooperationen sind für die Kreativen nicht ohne Risiko.

BerlinVor dem großen Backsteingebäude parkt ein blaues Auto von Seat. Später fährt das Auto mehrmals durch den Film, der das Fotoshooting des Münchener Designers Marcel Ostertag zeigt. Und im Abspann wird Seat nochmal als Sponsor des Films genannt. Klar, dass sich Ostertag am Schluss seiner Modenschau im Berliner „Magazin in der Heeresbäckerei“ noch einmal ausdrücklich bei Seat bedankt.

„Ich möchte Träume und Wünsche erzeugen“, sagt Ostertag. „Wenn mir das durch spannende und inspirierende Kooperationspartner jeden Tag noch ein wenig besser gelingt, ist das eine Win-Win-Situation für alle“, erklärt der Modedesigner die enge Kooperation mit zahlreichen Unternehmen aus der Wirtschaft.

Wie der 36-jährige Münchener arbeiten immer mehr Designer bei den Modenschauen eng mit Sponsoren aus der Wirtschaft zusammen. „Ohne sie geht es nicht mehr“, sagt Franz Maximilian Schmid-Preissler von der gleichnamigen Strategieberatung. „Sonst lassen sich solche Modenschauen und alles, was dazu gehört, nicht mehr darstellen.“

Denn die Gesamtkosten für eine Show gehen schnell deutlich über 100.000 Euro hinaus. Die Modedesigner müssen die Veranstaltungssäle für die Shows mieten einschließlich aufwendiger Sound- und Lichttechnik. Sie müssen die Gagen der Models, das Team für deren Makeup und das Styling ihrer Haare sowie das Sicherheits-Personal und das Catering bezahlen.

Deshalb ist die Bandbreite des Sponsorings bei den Modeschauen inzwischen groß: Und es geht längst nicht nur um Kooperationen im Kosmetikbereich. So arbeitet der Münchener Jungdesigner und Schauspieler Kilian Kerner mit der Porzellan- und Badezimmer-Marke Villeroy & Boch zusammen. Und das Münchener Label Holy Ghost hat den taiwanesischen Handyhersteller HTC seit rund zwei Jahren als Partner.

Aber ein Meister auf diesem Gebiet ist die Berliner Modegröße Michael Michalsky. Bei seiner Modenschau, der sogenannten „Style Nite“, hatte er im Hotel Ritz-Carlton bei der letzten Fashion Week im Sommer gleich 18 sogenannte Partner an Bord: Die Gäste konnten sich von der Düsseldorfer DOOB Group detailgenaue 3D-Figuren von sich selbst erstellen lassen, Herrensocken des Labels Jungfeld bewundern und am Schluss noch mit einem spanischen Sekthaus auf der „Michalsky-loves-Freixenet“-After-Show-Party feiern.

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Kooperationen gehen über die Modebranche hinaus

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