Sportartikel
Schumacher-Unfall treibt Skihelm-Verkäufe

Die Schlagzeilen zum Skiunfall des Ex-Formel-1-Profis Michael Schumacher treiben Kunden in die Filialen: Die Verkäufe von Skihelmen verdoppeln sich fast. Der Branchen-Boom aus dem Jahr 2009 wird aber wohl nicht erreicht.
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DüsseldorfDie Sorge, in einen folgenschweren Skiunfall verwickelt zu werden, treibt die Deutschen in Sportgeschäfte und zu Online-Shops. Händler und Hersteller spüren eine stärkere Nachfrage nach Skihelmen, seit Ex-Rennfahrerprofi Michael Schumacher am Sonntag in Frankreich schwer gestürzt war. Schumacher kämpft am Freitag, seinem 45. Geburtstag, weiter ums Überleben.

„Im Vergleich zur Vorjahr sind die Verkaufszahlen von Skihelmen in der Woche rund um Silvester fast doppelt so hoch“, so ein Sprecher des Sporthandelverbunds Intersport zu Handelsblatt Online. Allerdings sei nicht zu erwarten, dass dieser Boom über Wochen anhalten dürfte. „Der Absatz von Skihelmen und Skibrillen ist seit Montag noch einmal signifikant gestiegen“, sagt auch Stefan Herzog, Geschäftsführer des Händlers Sport Scheck. „Da mittlerweile sehr viele Kunden einen Skihelm besitzen, sind die Zahlen mit 2009 aber nicht vergleichbar.“

Damals war der frühere thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus auf einer Skipiste in Österreich mit einer Frau kollidiert. Sie starb, Althaus erlitt schwere Verletzungen – und die Berichte führten zu einer Nachfrageexplosion bei Skihelm-Produzenten. In der Folge verdoppelte sich etwa beim Hersteller Uvex der Absatz von Skihelmen (hier ein ausführliches Uvex-Firmenporträt). Das fränkische Unternehmen steht auch hinter der Marke Alpina.

Zwei Geschäftsjahre zehrte die Firma vom Althaus-Boom. Die Sportsparte, die auch Radhelme und Sportbrillen fertigte, legte von 100 auf über 120 Millionen Euro Umsatz zu – doch danach brach das Geschäft weg. Der Helmbedarf war zunächst gesättigt und der Umsatz sackte auf unter 100 Millionen Euro. Er berappelte sich erst im Ende Juni geendeten Geschäftsjahr wieder etwas. Der Markt habe sich mittlerweile auf auf einem deutlich höherem Niveau als vor dem Althaus-Unfall stabilisiert, so Alexander Selch, Geschäftsführer von Uvex Sports zu Handelsblatt Online.

„Einen kleinen Anstieg des Absatzes können die Händler höchstwahrscheinlich erwarten“, sagt der Manager jetzt mit Hinblick auf den Schumacher-Unfall. „Aber es wird keinen Hype wie nach dem Althaus-Unfall geben.“ Denn mittlerweile tragen laut Selch mindestens drei von vier Skifahrern einen Helm, sodass das Geschäft hauptsächlich aus Ersatzkäufen bestehe. Das war 2009 noch anders, viele Skifahrer schafften sich den ersten Helm überhaupt an. Lieferengpässe seien jetzt nicht zu befürchten, verspricht Selch: „Die Sportfachhändler sind mit ausreichend Lagerbestand versorgt.“ Zum Unfall Michael Schumachers gibt Selch keinen Kommentar ab: „Das wäre rein spekulativ.“

Ex-Politiker Althaus zeigt derweil großes Mitgefühl für den verunglückten Schumacher. Er sei in diesen Stunden selbstverständlich gedanklich bei ihm und bete für ihn, sagte Althaus Welt Online. „Meine besonderen Gedanken gelten jetzt der Familie, weil ich weiß, unter welch großer Sorge und Belastung sie in diesen Stunden lebt“, betonte er.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Sportartikel: Schumacher-Unfall treibt Skihelm-Verkäufe"

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  • Quatsch. Sicher ist, dass Schumacher ohne Helm sofort tot gewesen wäre. Es war sicher unglücklich. Aber der Helm hat ihn nicht gleich ableben lassen.

  • Verstehe einer diese Menschen!?
    Schumacher hat doch der Skihelm auch nichts genutzt! Der Skihelm wurde gespalten und Schuhmacher liegt jetzt trotzdem mit schwersten Kopfverletzungen im "Genesungs-oder auch Sterbebett". Bleibende langzeitschäden sind nicht auszuschließen. Und das trotz eines Helms.
    Vorsichtig und vorausschauendes Fahren sollte man beherzigcn, dann braucht es keiner Angst bzw. vermeintlicher Sicherheit durch einen Helm!

  • Im n-tv-Ticker stand vor wenigen Tagen, dass der Unfall bei rd. 10 km/h passiert sein soll. Wenn ein Helm bereits bei flotter Gehgeschwindigkeit in drei Teile zerbröselt, spricht das allerdings nicht für die Qualität der Helmhersteller. Wann kommt die Helmpflicht für Wanderer?

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