Sportartikelhersteller
Adidas holt im Outdoor-Markt auf

Der Outdoor-Markt ist zwar umkämpft, dennoch schreibt Adidas gute Zahlen: Gore-Tex-Jacken, Wanderschuhe und Rucksäcke steigern ihren Umsatz um 20 Prozent. Damit hat der Konzern seinen Outdoor-Umsatz mehr als verdoppelt.
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FrankfurtDer Sportartikelriese Adidas macht im umkämpften Outdoor-Markt Boden gut. Im ersten Quartal habe Adidas den Umsatz mit Gore-Tex-Jacken, Wanderschuhen, Rucksäcken & Co. um 20 Prozent gesteigert, sagte Adidas-Outdoor-Chef Rolf Reinschmidt der „WirtschaftsWoche“ laut einem Vorabbericht. „Im vergangenen Jahr haben wir unseren Umsatz auf knapp 350 Millionen Euro gesteigert“, so Reinschmidt. Damit habe der Sportartikel-Hersteller seinen Outdoor-Umsatz binnen der vergangenen fünf Jahre mehr als verdoppelt. Bis 2015 soll die Sparte eine halbe Milliarde Euro zum Konzernumsatz beisteuern, der dann 17 Milliarden Euro betragen soll.

Mit dem Wachstum im ersten Quartal setzt der Outdoor-Bereich von Adidas dazu an, den deutschen Konkurrenten Jack Wolfskin zu überholen, dessen Umsatz 2012 auf 351 Millionen Euro sank. Weltweit liegen beide damit hinter The North Face, Columbia und Patagonia.

Adidas hat sich, um in der von mittelständischen Firmen und Marken-loyalen Trekkern und Kletterern beherrschten Outdoor-Szene Fuß zu fassen, die Dienste der "Huber Buam" gesichert. Die beiden bayerischen Ausnahmekletterer Thomas und Alexander Huber posieren in Adidas-Jacken - das soll der Marke Authenzität geben. "Unternehmen wie Adidas und Nike fehlt es an Glaubwürdigkeit im Bergsport", sagte Markenexperte Reinhard Grohs von der Universität Innsbruck gerade erst vor der vergangene Woche beendeten Outdoor-Messe in Friedrichshafen. Nike scheiterte mit dem Versuch, unter dem Namen ACG eine eigene Outdoor-Marke zu etablieren, und besann sich stattdessen auf seine Stärken im Geschäft mit Fußball und anderen Mannschaftssportarten.

Adidas begann seine Outdoor-Aktivitäten bereits vor 35 Jahren mit einer Partnerschaft mit dem Bergsteiger Reinhold Messner. Doch stieg der Konzern lediglich in seinem traditionell starken Auslandsmarkt Russland zum Marktführer auf. In den großen Outdoor-Märkten Skandinavien, Deutschland und Österreich spielt das Unternehmen keine große Rolle. "Adidas hat feststellen müssen, dass es auch für eine große Marke schwierig ist, dort Fuß zu fassen", sagte der Geschäftsführer der Handelskette Sportscheck, Stefan Herzog.

Vor allem in Asien habe Adidas zuletzt zugelegt, sagte denn auch Manager Reinschmidt der "Wirtschaftswoche". Besonders China und Korea liefen sehr gut. China habe mittlerweile Russland als größten Markt der Adidas-Sparte abgelöst. Allerdings: Mittlerweile scheint der europäische Markt, in dem in Schuster- und Schneiderwerkstätten alles begann, weitgehend ausgereizt. Die lange mit zweistelligen Wachstumsraten verwöhnte Branche sieht sich - bildlich gesprochen - vor deutlich flacherem Gelände.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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