Sportartikelhersteller
Investoren wollen Reebok von Adidas kaufen

Adidas hatte Reebok einst für mehrere Milliarden übernommen, wurde damit jedoch nie so recht glücklich. Jetzt könnten die Herzogenauracher einen Käufer gefunden haben. Die Interessenten sitzen in Hongkong und Abu Dhabi.
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New YorkEine Investorengruppe will Adidas einem Zeitungsbericht zufolge die US-Tochter Reebok für 2,2 Milliarden Dollar abkaufen. Die Offerte stünde unmittelbar bevor, berichtete das „Wall Street Journal“ (Montagausgabe).

Die Investorengruppe, zu der die in Hongkong ansässige Beteiligungsgesellschaft Jynwei Capital sowie Fonds mit Verbindungen zu der Regierung von Abu Dhabi gehören sollen, seien der Ansicht, dass Reebok alleine besser aufgestellt sei, hieß es unter Berufung auf nicht näher genannte Insider. Ein Sprecher von Jynwei Capital sagte lediglich, die Firma halte ständig Ausschau nach Investitionsmöglichkeiten. Adidas lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Aktien des Sportartikelherstellers notierten in der Spitze rund sieben Prozent fester bei 58,57 Euro und waren der mit Abstand größte Dax -Gewinner. Equinet-Analyst Ingbert Faust geht davon aus, dass die Aktien kurzfristig weiter steigen sollten, wenn das Kaufangebot tatsächlich lanciert und von Adidas auch angenommen werde. Allerdings sei noch unklar, wie eine solche Entscheidung die langfristige Strategie von Adidas in den USA beeinflussen würde.

Die Franken hatten die US-Marke Reebok 2005 für 3,8 Milliarden Dollar gekauft. Sie war lange Zeit Sorgenkind des Herzogenauracher Konzerns, entwickelt sich nach einer Neuausrichtung auf den Fitnesssport aber wieder besser.

Der langjährige Adidas-Chef Herbert Hainer hatte zuletzt zunehmend Kummer mit seinen Aktionären. So gab es Spekulationen um einen Einstieg von Hedgefonds bei dem zweitgrößten Sportartikelhersteller der Welt nach Nike. Deren Pläne umfassten Medienberichten zufolge eine Ablösung Hainers und eine Abspaltung von Reebok.

Unter Anlegern hatte Hainer außerdem mit einer Gewinnwarnung kurz nach der prestigeträchtigen Fußball-Weltmeisterschaft für Stirnrunzeln gesorgt. Die Eigentümer übten danach verstärkt Druck auf die Herzogenauracher aus, die Aktionäre stärker am Vermögen des Traditionsunternehmens zu beteiligen. Erst Anfang Oktober gab Hainer nach und versöhnte Investoren mit der Ankündigung eines milliardenschweren Aktienrückkaufs.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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