Sportartikelhersteller
Puma findet weder Chef noch Wachstumskurs

Der Sportartikelhersteller bekommt die Konsumflaute in Europa zu spüren. Obendrein hat der Konzern keinen Nachfolger für den scheidenden Chef Koch gefunden. Der wiederum keilt gegen seinen Vorgänger.
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HerzogenaurachBeim Sportartikelhersteller Puma ist der Gewinn im vergangenen Jahr drastisch eingebrochen. Hohe Kosten für den derzeit laufenden Konzernumbau sowie die Konsumflaute im von der Schuldenkrise gebeutelten Europa setzen der weltweiten Nummer drei der Branche zu. Unter dem Strich sank der Gewinn auf 70,2 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahr hatte Puma noch rund 230 Millionen Euro verdient.

Auch operativ zeigte die Kurve nach unten: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) schmolz um Sondereffekte bereinigt um knapp 13 Prozent auf 290,7 Millionen Euro. Der Umsatz legte hingegen um 8,7 Prozent auf den Rekordwert von 3,27 Milliarden Euro zu. Für 2013 rechnet der Sportartikelhersteller mit stagnierenden Erlösen. „Diese Entwicklung ist dadurch begründet, dass die Umsetzung unseres Transformations- und Kostensenkungsprogramms fortgesetzt wird und das Jahr 2013 deshalb als Übergangsjahr zu betrachten ist“, sagte der scheidende Puma-Chef Franz Koch.

Den Gewinnrückgang werden auch die Aktionäre zu spüren bekommen. Die Dividende, die im Vorjahr noch bei zwei Euro lag, wird auf 50 Cent je Aktie zusammengestrichen. Betroffen davon ist davon in erster Linie der französische Luxus- und Lifestylekonzern PPR, dem über 80 Prozent der Aktien gehören.

Zudem hat der Sportartikelhersteller hat sechs Wochen vor dem Abschied von Vorstandschef Franz Koch noch keinen Nachfolger gefunden. Der Konzern werde deshalb ab April übergangsweise von Finanzvorstand Michael Lämmermann und Vertriebsvorstand Stefano Caroti geleitet, sagte Koch bei der Bilanz-Pressekonferenz in Herzogenaurach.

Der jüngst vom Hauptaktionär PPR installierte Verwaltungsratschef Jean-Francois Palus werde sie dabei unterstützen. Lämmermann führt seit längerem die Finanzen des Konzerns, ist aber erst Anfang Januar in den Vorstand aufgerückt.
Puma hatte Koch mitten im größten Konzernumbau seit 20 Jahren Mitte Dezember überraschend abgesetzt. Nach weniger als zwei Jahren im Amt durfte Koch noch seine erste volle Jahresbilanz präsentieren, Ende März soll er das Unternehmen verlassen. Koch galt wegen der Probleme des Konzerns bereits als angezählt, als er 2011 seinem Mentor, dem langjährigen Puma-Chef Jochen Zeitz, folgte.

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Koch keilt gegen seinen Mentor

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  • na endlich machen sich billiglohn und Regierungsschmierentheater bemekbar.

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