Sportartikelhersteller
Puma holt Produktmanager aus London in die Provinz

„Das Geschäft bleibt schwierig“: Der Sportartikelhersteller Puma muss seine Gewinnprognose kassieren. Grund dafür sind hohe Einmalaufwendungen. Bislang hatte das Unternehmen auf ein Plus gehofft.
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FrankfurtDer neue Puma-Chef Björn Gulden will den kriselnden Sportartikelhersteller zu seinen Wurzeln zurückführen und damit den Umsatzschwund stoppen. Sportliche Mode stehe künftig nicht mehr im Vordergrund, sagte Gulden am Freitag in Herzogenaurach. "Wir sind eine Sportmarke und werden dann auch Lifestyle-Produkte verkaufen." Mit spürbaren Erfolgen beim Umbau der Tochter des französischen Luxusgüterkonzerns Kering rechnet der Norweger aber erst 2015.

Puma hatte sich lange als Lifestyle-Marke zu profilieren versucht und dabei Trends verschlafen. Während sportbegeisterte Kunden in aller Welt zu Schuhen und Trikots von Adidas und Nike griffen, musste der abgeschlagene Branchendritte seine Ware mehrfach mit hohem Rabatt und wenig Gewinn losschlagen.

Der ehemalige Profi-Fußballer will dem fränkischen Unternehmen mit der Raubkatze im Logo sprichwörtlich Beine machen. Puma müsse schneller auf Verbrauchertrends reagieren und flinker entscheiden, betonte Gulden bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit der Amtsübernahme im Juli. Das neue Tempo verkörpern soll auch der Weltrekord-Sprinter Usain Bolt, mit dem das Unternehmen seit Jahren wirbt und dessen Sponsoring-Vertrag Gulden jüngst verlängert hat.

Der 48-jährige frühere Adidas-Manager treibt damit den von seinen Vorgängern eingeleiteten Umbau voran und nimmt hierfür erstmal einen weiteren Gewinneinbruch in Kauf. Wegen erneuter Sonderlasten durch die Restrukturierung werde der Überschuss 2012 deutlich unter dem Vorjahreswert von 70 Millionen Euro liegen. Im Krisenmanagement kennt sich Gulden aus: Den angeschlagenen Schmuckhersteller Pandora brachte er vor seinem Wechsel zu Puma wieder auf die Erfolgsspur. Er sorgte dafür, das sich der Kurs der Aktie in seiner anderthalbjährigen Amtszeit mehr als verdreifachte.

Puma hatten bereits der langjährige Vorstandschef Jochen Zeitz und sein nach kurzer Zeit geschasster Nachfolger Franz Koch ein Fitnessprogramm verordnet. Die überbordende Zahl an Produkten wurde eingedampft, unrentable Läden geschlossen, Sponsoringverträge mit weniger werbeträchtigen Sportarten wie Segeln beendet. Gulden muss nun mit Hochdruck daran arbeiten, Kaufhäuser in aller Welt davon zu überzeugen, wieder mehr Trikots und Schuhe von Puma in die Regale zu nehmen. "Eine meiner Hauptaufgaben ist es, unsere Beziehungen zum Handel auszubauen, damit der Handel wieder stärker an Puma glaubt", sagte er.

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Gulden: „Kering lässt mir viel Freiheit“

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