Sportbekleidungshersteller
Goldman Sachs soll Käufer für Bogner finden

Willy Bogner hat in seiner Familie keinen Nachfolger. Deshalb will er das gleichnamige Unternehmen zu Geld machen und erhofft sich einen Erlös in Millionenhöhe. Dabei soll ihm die US-Investmentbank Goldman Sachs helfen.
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FrankfurtDer Ski- und Sportbekleidungshersteller Bogner steht laut Finanzkreisen zum Verkauf. Vorstandschef und Eigentümer Willy Bogner habe die US-Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, einen Käufer für das 1932 von seinem gleichnamigen Vater gegründete Unternehmen zu finden, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der 72-jährige ehemalige Weltklasse-Skifahrer erhoffe sich von dem Verkauf seines Lebenswerks einen Erlös von rund 250 Millionen Euro. Bogner hat in der Familie keinen Nachfolger. Bogner und die Bank wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

Der Verkaufsprozess sei gerade erst angelaufen, hieß es in Finanzkreisen. Angesprochen werden sollen den Insidern zufolge vor allem Finanzinvestoren, die Erfahrung mit Modemarken haben: etwa Hugo-Boss-Eigner Permira, Jack-Wolfskin-Besitzer Blackstone oder der ehemalige Moncler-Eigentümer Carlyle. Auch die Finanzinvestoren Ardian und 3i werden als Interessenten gehandelt. Ein Börsengang, mit dem Willy Bogner ebenfalls liebäugele, sei eher unrealistisch.

Willy Bogners gleichnamiger Vater, ebenfalls erfolgreicher Skisportler, hatte 1932 mit dem Import von Ski und Strickwaren aus Norwegen begonnen. 1936 wurde die deutsche Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen erstmals von Bogner eingekleidet. Seit 1977 wird das Münchener Unternehmen von Willy Bogner junior geführt, der sich auch als Sportfilmer einen Namen gemacht hat. In dem erfolgreichen Kinofilm „Fire & Ice“ hatte er auch seine Ski-Mode geschickt platziert. Bogners Frau Sonia fungiert als „Vorstand Strategische Designberatung“.

Im Geschäftsjahr 2012/13 (Ende Oktober) kam die Bogner Sport GmbH mit fast 900 Mitarbeitern auf einen Markenumsatz (einschließlich Lizenzen) von 241 (2011/12: 233) Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg um vier Prozent auf 188 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Nettogewinn bei 19,2 Millionen Euro gelegen, neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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