Sporthersteller
Kampf gegen Amazon

Viele Sportartikelhersteller gehen in die Offensive gegen das Online-Warenhaus Amazon. Sie sorgen sich um ihr Image und fürchten einen Preisverfall der Ware. Händler sollen sich neuen Regeln unterwerfen.
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In den vergangenen Wochen hat Deuter-Chef Bernd Kullmann Hunderte Briefe verschickt. Der Inhalt der Schreiben war stets derselbe: ein neuer Vertrag für die Händler des Augsburger Rucksackherstellers. Mit ihrer Unterschrift sollen sich die Ladenbesitzer unter anderem verpflichten, keine Ware von Deuter mehr über Onlineplattformen wie Amazon, Ebay oder Zalando zu verkaufen.

So wie Deuter gehen derzeit zahlreiche Sportmarken in die Offensive, um den Vertrieb ihrer Produkte stärker zu kontrollieren. „Wir wollen, dass die Kunden kompetent beraten werden“, sagt Rolf Schmid, Chef des Bergsportlabels Mammut. In einem Onlinekaufhaus wie Amazon sei dies nicht der Fall. Internethändler mit nachweislich gutem Service bekommen die wetterfesten Jacken und Hosen von Mammut nach wie vor geliefert.

Rossignol geht da noch einen Schritt weiter. Reinrassige Online-Anbieter boykottiert der Skihersteller - und mögen sie noch so gut sein. „Bei uns bekommt nur Ware, wer mindestens einen Laden unterhält“, sagt Hilmar Bolle, Deutschland-Chef der französischen Marke. „Bei unseren Produkten spielt die Sicherheit eine große Rolle, deshalb müssen unsere Partner kompetent sein.“ Doch das ist noch nicht alles.

Die Marken fürchten um ihr Image - und dass die Ware auf Seiten von Amazon oder Ebay verramscht wird. „Die große Gefahr ist, dass nur über den Preis gearbeitet wird“, warnt Mammut-Chef Schmid. Ein „wertiges Umfeld“ für seine Produkte sei unverzichtbar, glaubt Deuter-Chef Kullmann. Deshalb liefert er künftig nur noch an Händler, die einen großen Teil der Kollektion in ihren Geschäften zeigen. „Wir wollen ein repräsentatives Sortiment in den Läden haben“, sagt Kullmann.

Kommentare zu " Sporthersteller: Kampf gegen Amazon"

Alle Kommentare
  • Ich frage mich, wie alt dieser Deuter-Chef ist. Ich bin vermutlich aus einer jüngeren Generation und möchte das Internet und die Möglichkeit dort einzukaufen, nicht missen.

    Das Einkaufen im Internet ist komfortabel und dazu noch günstig. Das Argument mit der Beratung zieht schon lange nicht mehr. Man kann sich problemlos im Internet schlau machen und ist nach 5 Minuten Info-Zeit schlauer als nach einem Beratungsgespräch im Einzelhandel.

    Klar, dass sich der Deuter-Chef dem Wettbewerb nicht stellen will. So ist es halt viel bequemer für ihn. Man muss kein guter Manager sein und die Zeche soll schon der Kunde mit überhöhten Preisen bezahlen.

    Eine Frechheit! Ich dachte, diese Zeit der arroganten Manager wäre seit dem Versagen von Schrempp passé.

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