Staat nimmt seine Zuschusszahlungen zurück
Preise im Nahverkehr steigen deutlich

Bus- und Bahnfahren wird in diesem Jahr erheblich teurer. Öffentliche Verkehrsunternehmen erwägen Tariferhöhungen zwischen 6 % und 9 %. Auslöser sind Kürzungen bei den Staatszuschüssen für verbilligte Schüler- und Lehrlings-Tickets sowie für Freifahrten von Behinderten.

ek HAMBURG. Die vom Vermittlungsausschuss für 2005 beschlossenen Streichungen „reißen Löcher in die Kassen der Verkehrsunternehmen, die nicht durch weitere Kostensenkungen kompensierbar sind“, sagte Günter Elste, Chef der Hamburger Hochbahn AG und Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) auf der Jahrestagung des Verbandes in Hamburg

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Wegen der Kürzungen müssten Schülertickets manchmal bis zu 30 % teurer werden, ergänzte VDV-Geschäftsführer Adolf Müller-Hellmann. Um diesen Tarifsprung zu verhindern, planten viele Unternehmen Tariferhöhungen für alle Kunden. Dünn besiedelte Regionen seien besonders betroffen, betonte der Chef der Stadtwerke München, Herbert König.

Der ÖPNV habe in den vergangenen Jahren immer mehr Kunden gewonnen, sagte Elste. 2003 seien es erstmals mehr als 10 Milliarden Fahrgäste gewesen. Sollte der Markt drastische Preiserhöhungen nicht akzeptieren, drohe ein „Rückumstieg“ zum Auto.

Die Verkehrsunternehmen sollten nicht über weg brechende Subventionen jammern und dann nur mit Preiserhöhungen reagieren, sagte die Unternehmensberaterin Maria Leenen von SCI-Verkehr dem Handelsblatt. „Die Branche muss sich endlich neu aufstellen, um im liberalisierten Europa gegen die großen Spieler aus dem Ausland zu bestehen“, betonte sie. Fällig sei ein Konsolidierungsprozess, den andere Branchen längst hinter sich gebracht hätten. Dann ließe sich auch ein Abbau staatlicher Zuschüsse besser verkraften.

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