Staatlicher Fonds ist neuer Großaktionär
Marokkaner steigen bei Tui ein

Mit seinem Werben um strategische Investoren aus der Tourismusbranche hat Tui-Chef Michael Frenzel einen weiteren Erfolg erzielt. Der Reise- und Schifffahrtskonzern hat mit dem staatlichen marokkanischen Fonds CDG einen neuen Großaktionär gewonnen. Und das stützt vor allem die Pläne der Unternehmensführung.

HB RABAT / HANNOVER. Der staatliche marokkanische Fonds CDG ist nach eigenen Angaben als neuer Großaktionär beim Reise- und Schifffahrtskonzern Tui eingestiegen. CDG habe einen Anteil von 1,6 Prozent erworben und wolle seine Beteiligung auf fünf Prozent aufstocken, teilte der größte Fonds des nordafrikanischen Landes am Freitag mit. Tui habe sein Reisegeschäft in Marokko in den vergangenen Jahren ausgebaut, hieß es in der Mitteilung der CDG-Investmenttochter Fiper, welche die TUI-Aktien hält. Ein Sprecher des größten europäischen Reisekonzerns wollte den Einstieg der Marokkaner nicht kommentieren. Die Aktie des Unternehmens aus Hannover legte um gut ein Prozent auf über 21 Euro zu.

TUI gewinnt damit einen weiteren strategischen Großaktionär, der die Pläne der Unternehmensführung stützt. Vorstandschef Michael Frenzel hatte erst kürzlich mit der marokkanischen Regierung einen Kooperationsvertrag verlängert und ausgeweitet. Darin sagt der Reisekonzern zu, bis 2010 die Zahl der TUI-Urlauber in dem nordafrikanischen Land unter anderem durch zusätzliches Marketing auf rund 520 000 im Jahr zu verdoppeln.

Regierung und Investoren in Marokko arbeiten seit Jahren daran, den Tourismus als wichtige Säule der Wirtschaft des Landes auszubauen. Der Fonds CDG (Caisse de Dépot et de Gestion des Fonds au Maroc), der ein Finanzvolumen von 100 Milliarden Dirham (knapp neun Milliarden Euro) verwaltet, war im vorigen Jahr bereits mit zehn Prozent beim französischen Marktführer für Cluburlaub, Club Mediterrannee, eingestiegen. Derzeit verhandelt Marokkos Regierung mit weiteren Urlaubsanbietern aus Europa über eine verstärkte Kooperation. Sie will die Einreisezahlen bis 2010 verdoppeln und dann jährlich mehr als 15 Millionen Urlauber ins Land holen.

Tui-Chef Frenzel bemüht sich verstärkt um Aktionäre aus der Touristik, seitdem im vorigen Jahr vor allem von Finanzinvestoren unter den Aktionären Forderungen nach einer Zerschlagung des Konzerns laut geworden waren. Im März war der langjährige ägyptische Partner Hamed El Chiaty bei Tui eingestiegen. Er hält derzeit gut vier Prozent. Rund 13 Prozent der Aktien liegen schon seit längerem in den Händen befreundeter spanischer Eigner, darunter die Familie Riu als langjähriger Hotelpartner des deutschen Reisekonzerns.

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