Staats-Airline steht zum Verkauf
Ryanair an Cyprus Airways interessiert

Der Billigflieger Ryanair plant einen Zukauf. Die Iren denken über eine Übernahme der krisengeplagten Cyprus Airways nach und wollen eine Interessenbekundung abgeben. Doch die Staats-Airline hat seit Jahren Probleme.
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NikosiaDer irische Billigflieger Ryanair liebäugelt mit einer Übernahme der krisengeplagten Cyprus Airways. Ryanair-Chef Michael O'Leary sagte am Dienstag in Nikosia, sein Unternehmen werde wahrscheinlich eine unverbindliche Interessenbekundung abgeben.

Am Mittwoch läuft eine entsprechende Frist dafür aus. Die staatlich kontrollierte Fluggesellschaft aus Zypern kämpft seit Jahren mit hohen Verlusten. Unklar blieb, was Ryanair mit Cyprus Airways vorhat.

O'Leary will sich in Nikosia mit Offiziellen aus der Tourismus- und der Finanzbranche treffen, um über die seiner Meinung nach zu hohen Gebühren an zypriotischen Flughäfen zu sprechen. „Wir wollen mehr wachsen, aber die hohen Kosten sind ein Hindernis“, sagte der Ryanair-Chef. Zypern haben deshalb seit 2008 eine halbe Million Passagiere verloren. „Der Markt stagniert“, so O'Leary.

Laut Ryanair sind die Gebühren an den zwei Flughäfen der Insel doppelt so hoch wie in Berlin und unter den höchsten in Europa. Die Iren wollen im Winterflugplan 2014 vom Flughafen Paphos im Westen Zyperns acht Ziele in Europa bedienen.

Zuletzt hatte Ryanair erklärt, im Gegensatz zu Air France-KLM und Lufthansa ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr zu halten. Die Vorausbuchungen deuteten daraufhin, dass bei gleicher Kapazität im gesamten Jahr vier bis fünf Millionen Passagiere mehr befördert würden, sagte O'Leary in der vergangenen Woche. Nach Verbesserungen beim Service wie der Senkung von Gepäckgebühren und der Einführung der Sitzplatzvergabe sei es gelungen, der Konkurrenz Kunden abzujagen.

Im Mai hatte Ryanair erklärt, das Unternehmen rechne für das im März 2015 zu Ende gehende Geschäftsjahr mit einem Gewinn von 580 Millionen Euro bis 620 Millionen Euro. Air France-KLM teilte Anfang Juli mit, der Gewinn 2014 könne um bis zu zwölf Prozent niedriger als bislang erwartet ausfallen. Die Lufthansa schraubte im vergangenen Monat ihre Gewinnziele für die nächsten beiden Jahre zurück und begründete dies unter anderem mit der Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

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