Staatsanwaltschaft ermittelt
Kanzleikette Juraxx droht Insolvenz

Der bundesweiten Kanzleikette Juraxx droht die Insolvenz. Beim Amtsgericht Dortmund seien mehrere Insolvenzanträge eingegangen, sagte Gerichtssprecher Gerhard Breuer am Donnerstag.

dpa-afx DORTMUND. Er bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD, Donnerstagausgabe). Es werde in den nächsten Tagen entschieden, ob ein Verfahren eröffnet werde. Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt unterdessen nach einer Anzeige wegen Insolvenzverschleppung gegen Firmengründer Eugen Boss. Bei Juraxx war für eine Stellungnahme zunächst niemand zu erreichen.

Das in Dortmund ansässige Unternehmen Juraxx Eugen Boss Rechtsanwaltsgesellschaft mbH war 2003 mit einem Konzept gestartet, bei dem in Innenstädten anwaltliche Beratung in Ladenlokalen angeboten wird. Zwischenzeitlich beschäftigte das Unternehmen nach FTD-Angaben 140 Anwälte in 34 Filialen. 2006 betrug der Jahresumsatz 6,5 Mill. Euro. Im Internet werden aktuell 25 Filialen und 86 Anwälte genannt. Das Konzept sieht vor, dass jeder Anwalt Partner und geschäftsführender Gesellschafter wird und sich an der Gmbh beteiligt. Daneben muss jeder Partner der Gesellschaft ein Darlehen in einer bestimmten Höhe gewähren. Nach FTD-Angaben sind dies 50 000 Euro.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dortmund wurde bereits Ende 2006 ein Insolvenzantrag durch einen Partneranwalt gestellt. Er habe den Antrag als Geschäftsführer und als Gläubiger eingereicht. Kurz danach habe ein weiterer Partneranwalt eine Anzeige wegen Insolvenzverschleppung und Betruges gegen Firmengründer Eugen Boss und vier weitere Geschäftsführer erstattet. Das Ermittlungsverfahren laufe, sagte Oberstaatsanwältin Ina Holznagel.

Ein der FTD vorliegendes Gutachten eines Beratungsunternehmens habe die Situation der Kanzleikette bereits Ende April als "lebensbedrohende Krise" bezeichnet. Für die Filialen sei seit zwei Monaten keine Miete mehr gezahlt worden. Zudem sei der Umsatz durch Kündigungen von Anwälten um mehr als 50 Prozent eingebrochen.

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