Staatsanwaltschaft ermittelt
Suche nach verdorbenem Fleisch ausgeweitet

Der Skandal um verdorbenes Fleisch aus einem Betrieb in Gelsenkirchen weitet sich aus. Die Behörden suchen in mehreren Bundesländern nach Lieferungen der Firma Domenz.

HB GELSENKIRCHEN. Insgesamt sind nach Angaben des nordrhein- westfälischen Verbraucherschutzministeriums vom Montag mittlerweile mehr als 100 Tonnen verdächtiges Fleisch in diesem Bundesland sowie in Niedersachsen und Hamburg sichergestellt worden. Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt gegen das Handelsunternehmen Domenz aus Gelsenkirchen wegen Betrugs und möglicher Straftaten nach dem Lebensmittelrecht. „Wir stehen erst am Anfang der Ermittlungen“, sagte Staatsanwaltschaft Wilhelm Kassenbömer.

Wie viel verdorbenes Fleisch in den Handel gelangt ist, können die Behörden nicht sagen. Zwischen dem ersten Verdacht und der Durchsuchungsaktion der Staatsanwaltschaft waren drei Wochen vergangen. Der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg (CDU) kritisierte die derzeitige Praxis der Lebensmittelüberwachung des Landes als veraltet, zu langsam und zu uneffektiv. Er machte dafür Versäumnisse seiner Vorgängerin Bärbel Höhn (Grüne) verantwortlich.

Bereits Ende Oktober waren bei der Gelsenkirchener Firma Frigoropa bei einer Routinekontrolle drei Tonnen Roastbeef mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum sichergestellt worden, die für Domenz umverpackt werden sollten. Erst drei Wochen später führten Laboruntersuchungen nach einem langwierigen Gang durch die behördlichen Instanzen zur Sicherstellung von 60 Tonnen Puten- und Rindfleisch. Darüber hinaus habe die Firma weitere 60 Tonnen Fleisch im niedersächsischen Melle bei Osnabrück und elf Tonnen in Hamburg gelagert, berichtete Uhlenberg. Ob dieses Fleisch ebenfalls vergammelt war, werde noch geprüft.

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