Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen
Interflug-Urlauber haben wohl keinen Insolvenzschutz

Der Hamburger Reiseveranstalter Interflug hat nach Angaben des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verbandes (DRV) in den vergangenen Wochen ohne Insolvenzversicherung gearbeitet. Wegen der Probleme bei Interflug saßen im türkischen Badeort Antalya mehrere hundert deutsche Urlauber Tage lang auf dem Flughafen fest.

HB HAMBURG. Ohne eine solche Versicherung dürfe ein Reiseveranstalter aber laut Gesetz keine Reisen verkaufen, teilte der DRV am Dienstag in Berlin mit. Interflug habe gegenüber dem Verband erklärt, dass der Abschluss eines Versicherungsvertrages mit der R+V Versicherung vom 1. Mai an nicht zustande gekommen sei. Zuvor hatte die Zürich Versicherung (Frankfurt/Main) den Vertrag mit Interflug zum 30. April gekündigt. Interflug selbst hatte hingegen noch am 28. Mai mitgeteilt, es bestehe bei der Zürich Versicherung eine Bürgschaft für die Rückbeförderung und eventuelle Entschädigung der Kunden „im Rahmen der Nachhaftungsfrist“.

Nach Angaben des DRV haben Kunden, die von der Insolvenz des Hamburger Reiseveranstalters betroffen sind, einen Rechtsanspruch auf Erstattung ihrer Zahlungen für nicht erbrachte Leistungen. Dazu gehörten auch die Kosten, die den Kunden durch den Kauf eines Ersatztickets für die Heimreise entstanden seien.

Der Verband empfahl, bereits bei der Anzahlung einer Reise auf der Aushändigung eines „Sicherungsscheins für Pauschalreisen“ zu bestehen. Mit diesem Schein können Kunden bei Insolvenz des Veranstalters direkt von der Versicherung die Rückerstattung ihrer Zahlungen für nicht erbrachte Leistungen einfordern.

Gleichzeitig prüft die Hamburger Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den langjährigen Geschäftsführer des Reiseveranstalters. Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger sagte, bei einer abgelaufenen Sicherungsvereinbarung für Regressansprüche von in der Türkei gestrandeten Urlaubern habe sich der Mann möglicherweise des Betrugs schuldig gemacht. Die Interflug-Geschäftsführung hatte er den Angaben zufolge erst vor wenigen Tagen seiner Frau übertragen.

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