Staatsanwaltschaft wirft Dietmar Aluta-Oltyan Bestechung vor
Chef des Baukonzerns Alpine im Münchener Stadion-Skandal angeklagt

Der Schmiergeldskandal um den Bau des neuen Münchner Fußballstadions „Allianz Arena“ beschäftigt die Gerichte immer noch. Nach der Verurteilung von Karl-Heinz Wildmoser junior hat die Staatsanwaltschaft nun den Chef des österreichischen Baukonzerns Alpine, Dietmar Aluta-Oltyan, angeklagt.

HB MÜNCHEN. Ihm werde Bestechung im geschäftlichen Verkehr und Beihilfe zur Untreue jeweils im besonders schweren Fall vorgeworfen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, Anton Winkler, am Dienstag.

Aluta-Oltyan soll 2,8 Millionen Euro bezahlt haben, um von Karl-Heinz Wildmoser junior geheime Informationen aus dem Vergabeverfahren für das neue Stadion zu bekommen. Wildmoser junior war am Freitag zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Der Prozess gegen Aluta-Oltyan wird nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft noch in diesem Jahr beginnen. „Es war Schmiergeld und keine Provision wie bei einem Makler“, unterstrich Winkler.

Mitangeklagt ist ein Geschäftsführer der deutschen Alpine-Tochter. Ihm wirft die Anklage Beihilfe zur Bestechung im geschäftlichen Verkehr und Beihilfe zur Untreue jeweils im besonders schweren Fall vor.

Der Prozess gegen den Alpine-Chef soll - wie auch der Prozess gegen Wildmoser - vor der 4. Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München I unter Vorsitz von Richterin Huberta Knöringer stattfinden. „Es ist Zufall, dass die Anklage mit dem Ende des Prozesses gegen Wildmoser junior zusammenfällt“, unterstrich Winkler.

Knöringer hatte Wildmoser nach mehr als 20 Verhandlungstagen am vergangenen Freitag wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr und Untreue zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Sein mitangeklagter Schulfreund erhielt wegen Beihilfe eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Er hatte ein Geständnis abgelegt, auf das sich das Gericht in seinem Urteil in weiten Teilen stützte.

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