Stabile Einnahmen benötigt
Börsen suchen neue Geldquellen

Die weltweiten Börsenbetreiber haben ein neues Betätigungsfeld entdeckt: Um sich unabhängiger von ihrer schwankungsanfälligen Haupteinnahmequelle, den Handelsgebühren, zu machen, drängen die Unternehmen in das Geschäft mit Datendiensten. Damit kommen sie unter anderem den Wünschen der Aktionäre entgegen:

„Viele Börsen sind mittlerweile selbst börsennotiert und Anleger mögen es nicht, wenn Umsätze schlecht vorhersehbar sind und zu stark schwanken“, sagt Peter Horowitz, Managing Director bei der Unternehmensberatung Bearing Point.

Um ihr Ziel zu erreichen, versuchen die Börsen, vorhandene Echtzeitdaten wie zum Beispiel Kurse teurer zu verkaufen, oder aber sie übernehmen gleich einen Anbieter von Finanznachrichten, wie dies die Euronext zuletzt getan hat. Wollen sie die Einnahmeseite stabilisieren, müssen die Börsen den Umsatzanteil aus der Datenvermarktung allerdings von derzeit rund 15 Prozent deutlich steigern. Nahezu unvermeidlich ist dabei der Konflikt mit den Banken und Nachrichtenagenturen, die nicht mehr nur Kunden der Börsen sind, sondern zunehmend zu Konkurrenten werden.

Der Markt für kapitalmarktrelevante Daten, Kurse, Kunden- und Unternehmensinformationen ist nach Experteneinschätzung seit 2003 um 15 Prozent auf 13 Mrd. Euro gewachsen. Bislang haben Börsen daran nur einen Anteil von rund sieben Prozent. Den Rest teilen sich vor allem die großen Drei im Datengeschäft: Bloomberg, Reuters und Thomson Financial.

Domäne der Börsen sind vor allem Echtzeitdaten wie etwa die Kurse, die sie über die Datensysteme der großen Drei vertreiben. Erwartet wird, dass die Börsen diese Erlösquelle ausbauen, in dem sie bislang kostenlos abgegebene Daten gebührenpflichtig machen. Jüngstes Beispiel in Deutschland ist die Einführung von Gebühren für die Darstellung des Deutschen Aktienindexes (Dax), beispielsweise auf Internetseiten. Da die Deutsche Börse die Markenrechte am wichtigsten Aktienmarktindex und damit das Monopol auf diese Daten hat, müssen die Nutzer zumindest bisher zahlen.

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