Stagnation
McDonald’s-Umsatz in Deutschland trübt Gesamtergebnis

Angesichts der schwierigen Lage will die Fast-Food-Kette nun ihre Kunden mit neuen Angeboten locken.

hvo/wsj MÜNCHEN. Die Umsätze in den deutschen McDonald’s Restaurants stagnieren nach Angaben des Unternehmens auch in diesem Jahr. In Verbindung mit einem allgemein schlechten Europa-Geschäft trübt dies die Aussichten des amerikanischen Fast-Food- Konzerns auf ein erfolgreiches Jahresergebnis.

Zwar prophezeien Analysten ein Wachstum auf dem US-„Burger“-Markt von fünf bis sechs Prozent, doch das kann die geringen Zuwächse in Europa nicht ausgleichen. Die Europäer steuern 25 Prozent zu den weltweiten Konzernumsätze bei und bescherten McDonald’s bisher fast 46 Prozent des operativen Gewinns. Deutschland hat daran den größten Anteil.

Eine Reihe von Werbe- und Managementinitiativen soll nun die Verkäufe wieder ansteigen lassen. Doch Wall Street Analysten bezweifeln einen schnellen Wandel. „Um einen wirklich Umschwung zu erleben, braucht McDonald’s nicht nur einen lukrativen US-Markt, sondern zwei oder drei stabile Standbeine in Europa,“ sagt Janice Meyer, Analystin bei Credit Suisse First Boston. Im Visier hat sie dabei besonders die drei großen europäischen Fast-Food-Nationen England, Frankreich und Deutschland. Seitdem die Amerikaner Frankreich mit einer Qualitäts- und Image-Kampagne überzogen haben greifen die Menschen dort wieder verstärkt zu Big Mac und Co. Problematischer sieht es in England aus: Mangelnder Service und Probleme mit den Qualitätsstandards ließen dort die Hamburgerverkäufe einbrechen. In Deutschland erwartet die Münchener Konzernzentrale einen Jahresumsatz von rund 2,29 Mill. Euro. Damit verharren die Big-Mac-Umsätze auf dem Niveau von 2000, als das Land von BSE-Fällen und Lebensmittelskandalen erschüttert wurde.

Ein Grund für den Rückgang sind Kunden wie Nikolay Dobrev. Der 23jährige Student aus Köln war früher mindestens einmal pro Woche Gast bei McDonald’s. Doch nun kocht er lieber selber. „McDonald’s ist mir einfach zu teuer.“ Dazu wendet sich die Happy-Meal-Generation von fettigen Pommes und Hamburgern ab. Bewusste und ausgeglichene Ernährung stehen für immer mehr Menschen im Vordergrund.

Außerdem macht der zunehmende Wettbewerb dem Fritten-Imperium das Leben schwer. Die Kette Burger King der Texas Pacific Group zum Beispiel hat die Zahl ihrer deutschen Restaurants in den letzten Jahren stark erhöht und plant weitere Expansionen. Auch immer mehr traditionelle Bäckereien und Kioske bieten kleine Snacks und Speisen an und machen McDonald’s Marktanteile streitig.

Auf die veränderten Bedürfnisse der Kunden will das Unternehmen mit neuen Angeboten reagieren. Die Restaurants werden modernisiert und die Produktpalette wird umgestaltet. „Wir brauchen mehr unterschiedliche Angebote,“ sagt Adriaan Hendrikx, Deutschland-Chef des Konzerns. Seit kurzem bietet McDonald’s neben einer „Deluxe“-Linie auch Bio-Milch an.

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