Standortpolitik
McDonald’s zieht in die Schweiz

London ist nicht mehr unbedingt erste Wahl, wenn es für internationale Großkonzerne darum geht, ihr europäisches Hauptquartier aufzuschlagen. Immer mehr Unternehmen wandern aus dem Königreich in Richtung steuerlich günstigerer Standorte wie Luxemburg, Irland oder der Schweiz ab.

LONDON/ZÜRICH. Jetzt hat sich auch McDonald’s entschlossen seine Koffer zu packen und seine europäische Zentrale aus der britischen Hauptstadt in s schweizerische Genf zu verlegen. Die amerikanische Fast-Food-Riese ist nur das letzte Glied in einer immer länger werdenden Kette. Die Konsumgüter-Riesen Kraft und Procter & Gamble haben in den vergangenen Jahren ihr Europa-Hauptquartier genau so von London in die Schweiz verlegt, wie die Technologiekonzerne Yahoo und Electronic Arts.

Analysten führen das hauptsächlich auf Steuergründe zurück. Vor allem die steuerliche Behandlung von Gewinnen, die auf geistigem Eigentum wie Patenten und Markenrechten basieren, sei in der Schweiz mittlerweile deutlich günstiger als in Großbritannien. Aber auch die drohende Anhebung der Einkommensteuer für Besserverdienende durch die britische Labour-Regierung spiele eine Rolle.

Als einen wichtigen Grund für den Umzug nennt McDonald’s die Tatsache, dass der Konzern seine Patente und Markenrechte einschließlich der Lizenzen für Europa in Zukunft aus der Schweiz heraus managen möchte. Die Verschärfung der britischen Regeln für die Besteuerung von ausländischen Gewinnen, die auf geistigem Eigentum basieren, hat zuvor bereits das britische Medienunternehmen Informa dazu gebracht, seinen steuerlichen Standort in die Schweiz zu verlegen.

Dort reibt man sich angesichts der Steuerflüchtlinge die Hände. Als Ende vergangenen Jahres gleich vier amerikanische Großkonzerne ankündigten, ihren Hauptsitz in die Alpenrepublik zu verlegen, jubelte die Schweizer Presse. Zu den Neuankömmlingen gehören der Mischkonzern Tyco, der Raffineriebauer Foster Wheeler, der Energiekonzern Weatherford und die Ölbohrfirma Transocean. Obwohl die Firmen ihre Umzugspläne mit dem stabilen politischen Umfeld der Schweiz und der Nähe zu wichtigen Märkten begründeten, dürften auch steuerliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen. Zwar haben alle vier Konzerne ihren Hauptsitz bereits in karibischen Steueroasen. Dort spürt man jedoch zusehends den Griff der amerikanischen Steuerbehörden.

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