Starbucks-Rivale
Milliardärs-Familie schnappt sich US-Kaffeekette

Sie wollten den Kosmetikriesen Avon übernehmen - und scheiterten daran. Nun kauft sich die deutsche Milliardärs-Familie Reimann für eine Milliarde Dollar die kalifornische Kaffeekette Peet's Coffee & Tea.
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EmeryvilleMit der Übernahme des US-Kosmetikkonzerns Avon war die deutsche Milliardärsfamilie Reimann gescheitert, nun schluckt sie die kalifornische Kaffeehaus-Kette und Rösterei Peet's Coffee & Tea. Die beiden Seiten seien sich einig, erklärte Peet's am Montag. Der Kaufpreis für das börsennotierte Unternehmen liegt bei rund einer Milliarde Dollar (825 Millionen Euro).

Der Starbucks-Rivale Peet's aus der kalifornischen Kleinstadt Emeryville ist mit seinen kräftigen Röstungen nach europäischem Geschmack bekanntgeworden. Die 1966 von dem niederländischen Einwanderer Alfred Peet gegründete Peet's verarbeitet Kaffee und Tee und verkauft sie in rund 200 eigenen Läden in Kalifornien und in US-Metropolen, aber auch über andere Einzelhändler. Das Unternehmen gehörte in den 1980er Jahren zeitweise zu Starbucks, für deren erstes Cafe Peet's 1971 die Kaffeebohnen geliefert hatte. Seit 2001 ist Peet's an der Börse notiert

Die neuen Besitzer, der Reimann-Clan, hat sein Milliardenvermögen mit dem Konsumgüterkonzern Reckitt-Benckiser gemacht, der unter anderem das Gesichtswasser Clerasil und Kukident-Haftcreme für dritte Zähne herstellt. Ihr gehören auch die Schuhhersteller Bally und Jimmy Choo sowie die Parfüm-Firma Coty aus den USA. Die Reimanns bauten ein Luxus-Imperium auf, dem sie vor einigen Monaten die Kosmetikfirma Avon zuschlagen wollten. Doch das Avon-Management stellte sich quer.

Die Reimanns übernehmen Peet's über ihre Investmentholding Joh. A. Benckiser (JAB). Einen Minderheitsanteil wird die Bank BDT Capital aus Chicago halten. Binnen drei Monaten soll der Kauf abgeschlossen sein, wenn die Peet's-Aktionäre und die Wettbewerbshüter mitspielen. Die Reimanns bieten 73,50 Dollar je Anteilsschein - 29 Prozent mehr als der Schlusskurs von letzter Woche.

Die Reimanns sind mit einem Minderheitsanteil bereits am abgespaltenen Europa-Geschäft des US-Konzerns Sara Lee, D E Master Blenders („Douwe Egberts“) beteiligt und haben angekündigt, dort weiter aufstocken zu wollen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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