Starbucks und Co.

Chinas Durst nach Kaffee wird größer

China ist das Land der Teetrinker? Das war einmal. Heute breiten sich die Cafés in den Großstädten rasant aus. Starbucks will die Zahl seiner Filialen verdoppeln. Doch der US-Kaffeeriese könnte sich überschätzen.
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Der US-Konzern will bis 2010 die Zahl der Kaffeehäuser in der Volksrepublik auf 5000 verdoppeln. Quelle: Reuters
Starbucks-Filiale in Peking

Der US-Konzern will bis 2010 die Zahl der Kaffeehäuser in der Volksrepublik auf 5000 verdoppeln.

(Foto: Reuters)

PekingEin Duft von frisch gemahlenen Kaffeebohnen liegt in der Luft. Aus den Lautsprechern dudelt leichter Jazz. Das Licht ist gedämmt. Von der Theke mit den großen, silbernen Kaffeemaschinen zieht sich eine Menschenschlange bis auf die Straße. Das Café im Pekinger Szeneviertel Sanlitun hat erst seit einigen Wochen geöffnet, doch es wird bereits von Kundschaft überrannt.

Ausgerechnet in der Volkrepublik erlebt der Kaffee eine regelrechte Revolution. Dabei ist das Teetrinken seit Jahrhunderten fest mit der chinesischen Identität verwoben. „Kaffee ist anders. Kaffee steht für ein neues Lebensgefühl“, sagt Liang Zhen. Der 28 Jahre alte Informatiker hält seine Cappuccino-Tasse mit beiden Händen umschlungen. „Ich trinke mindestens jeden zweiten Tag einen Kaffee in einem der Cafés in der Nähe unseres Büros“, erzählt er.

Und dafür muss er tief in die Tasche greifen. Denn in keiner anderen internationalen Metropole müssen Kunden so viel für einen Kaffee zahlen wie in Hongkong oder Peking. Das ermittelte die Unternehmensberatung Mercer. Für eine einzelne Tasse Kaffee werden in Hongkongs Cafés im Durchschnitt umgerechnet sieben Euro fällig, in Peking sind es 6,19 Euro. Das macht die Städte zu globalen Spitzenreitern.

Für das Geld lässt sich in Restaurants in der Pekinger Innenstadt ein ganzes Mittagesmenü bestellen. „Kaffee ist ein Luxusgut“, sagt die 28-jährige Wu Wei. Die Kunden bezahlten nicht nur das Getränk, sondern auch die Umgebung. „Viele Leute kommen zum Arbeiten oder auch für Geschäftstreffen in die Cafés“, sagt sie.

Wo der Kaffeepreis Sie morgens richtig wach macht
Platz 12: Johannesburg
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Rund um die Welt kann eine Tasse Kaffee schonmal teuer werden. In Johannesburg bleiben die Kosten noch sehr moderat: Für eine Tasse mit Service, also im Café oder Restaurant, werden in der südafrikanischen Hauptstadt 1,14 Euro fällig.

Quelle: Unternehmensberatung Mercer

Platz 11: New York
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Für Kaffee muss man im Big Apple nicht all zu tief in die Tasche greifen. Für die Tasse mit Service müssen im Schnitt 2,05 Euro bezahlt werden - bzw. 2,26 Dollar.

Platz 10: Luanda
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Auch in der Hauptstadt Angolas ist der Preis noch recht moderat – allerdings höher als in New York. 2,58 Euro muss der Kaffeedurstige hier pro Tasse zahlen, inklusive Service.

Platz 9: Buenos Aires
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In der argentinischen Hauptstadt zahlt, wer im Café einen Kaffee trinkt, ein paar Cent mehr: 2,76 Euro werden inklusive Bedienung fällig. Oder in der Landeswährung: Rund 46,35 argentinische Pesos. Im Café kann man sich dann von dem Schock erholen, wenn man vorher eine Hose kaufen wollte: Mit 134 Euro und 14 Cent ist das Paar Bluejeans in Buenos Aires in allen ausgewählten Städten weltweit am teuersten.

Platz 8: Vancouver
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In Vancouver, im Südwesten Kanadas, kann es schon mal nötig sein sich aufzuwärmen. Auch wenn das Wetter laut Wikipedia für Kanada „ungewöhnlich mild“ ist, so fallen die Temperaturen doch an durchschnittlich 46 Tagen im Jahr unter den Gefrierpunkt. Wer da gern zu einer dampfenden Tasse mit koffeinhaltigem Heißgetränk nach drinnen flüchtet, zahlt drei Euro und 26 Cent.

Platz 7: Tokio
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Die japanische Hauptstadt gehört zu den teuersten Städten der Welt – da ist der Preis für einen Kaffee plus Service noch recht moderat: 3,61 Euro werden in Tokio im Café fällig. Noch ein heißer Tipp: In der Kantine des Tokio Metropolitan Government Building, dem Rathaus der Stadt, kann man auch als Tourist in Restaurantqualität essen und kommt dabei ausgesprochen preiswert weg. Dazu bietet sich vom 32. Stock aus durch Panoramafenster ein herrlicher Ausblick über die Stadt.

Platz 6: Sydney
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Ein paar Cent teurer wirden Café und Bedienung in Down Under: Im Australischen Sydney muss der Gast im Café durchschnittlich 3,85 Euro für die Tasse Kaffee bezahlen.

Noch spielt China nur eine geringe Rolle auf dem globalen Kaffee-Markt. Rund zwei Prozent des globalen Konsums entfallen auf die Volksrepublik. Aber in keinem Land der Welt wächst der Umsatz mit dem koffeinhaltigen Getränk so schnell wie in China. Innerhalb von vier Jahren hat sich der Konsum verdreifacht, wie das US-Agrarministerium errechnet hat. In einem Staat mit fast 1,4 Milliarden Einwohnern können selbst junge Trends ganze Branchen verändern.

Auch eine neue Chance für den Tee
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