Starke Konkurrenz
Verhaltenes Quartal für die Deutsche Bahn

Das erste Quartal der Deutschem Bahn macht dem Unternehmen keine Freude. Vor allem die immer beliebter werdenden Fernbusse setzten der Bahn immer mehr zu. Das Gütergeschäft dagegen profitiert von der Konjunktur.
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BerlinEin schleppendes Geschäft im Fernverkehr hat die Deutsche Bahn Anfang dieses Jahres gebremst. Der Staatskonzern konnte trotz anziehender Konjunktur im ersten Quartal kein Umsatzplus verbuchen, wie aus Unterlagen des Unternehmens hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlagen. Die Erlöse blieben zwischen Januar und März bei rund 9,7 Milliarden Euro und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Für das Gesamtjahr hat die Bahn einen Umsatzzuwachs um 3,5 Prozent auf 41,5 Milliarden Euro geplant. Der Betriebsgewinn soll mit 2,2 Milliarden Euro soviel wie 2013 betragen. Nach Angaben aus Konzernkreisen konnten Güterbahn und Logistik (Lkw, Schiff, Flugzeug) zwar zulegen und die Planungen weitgehend erfüllen, dagegen entwickelte sich vor allem der Fernverkehr (IC, ICE) schlechter als erhofft. Der Konzern wollte sich zu den Zahlen nicht äußern.

Im vergangenen Jahr hatte die Bahn nach einem schwachen Jahresauftakt, der vor allem auf die allgemeine wirtschaftliche Lage Europas zurückgeführt wurde, ihre Ziele zusammengestrichen. Der Umsatz blieb dann unter 40 Milliarden Euro, und der Betriebsgewinn betrug 2,2 Milliarden statt der angepeilten 2,9 Milliarden Euro.

Zu Beginn dieses Jahres hat die Konjunktur jedoch sowohl in Deutschland wie in Europa angezogen. Davon profitierte nun auch die weltweite Logistik (Lkw, Schiff, Flugzeug) sowie der Schienengüterverkehr. „Wir liegen in den ersten vier Monaten über dem Vorjahr“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube dem „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe) laut Vorabbericht.

Anders sieht die Entwicklung beim Schienennetz und im Fernverkehr aus. Zwar hatte die Bahn im Dezember die Fahrpreise erhöht, doch die Umsätze leiden weiter unter dem Rückschlag durch das Hochwasser im Sommer 2013. Die wichtige Strecke Berlin-Hannover war so bis November gesperrt, und Passagiere stiegen auf andere Verkehrsmittel um - unter anderem auf den Fernbus. Die zahlreichen neuen Angebote nach der Freigabe des Bus-Fernverkehrs in Deutschland treffen die Bahn stärker als zunächst gedacht. Zwar betrug 2013 der direkte Umsatzverlust nur rund 20 Millionen Euro, allerdings lassen die deutlich günstigeren Bus-Preise die Eisenbahn teuer erscheinen, was Kunden abschreckt.

Das Unternehmen hat darauf unter anderem mit einer neuen, günstigeren Verbindung zwischen den größten deutschen Städten Berlin und Hamburg reagiert. Dort fährt jetzt ein Interregio-Express (IRE), der zwar langsamer als der ICE aber auch günstiger ist. „Wenn der IRE auf Dauer erfolgreich ist, könne wir uns vorstellen, weitere Strecken anzubieten“, kündigte Grube an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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