Starke Passagierzahlen
Flughafen München legt Rekordjahr hin

Kein deutscher Flughafen steigerte seine Passagierzahlen 2011 so rasant wie München. Rund 38 Millionen starteten von dort aus ihre Reisen. Das starke Wachstum bringt den Airport aber auch an seine Kapazitätsgrenzen.
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MünchenMehr Passagiere, mehr Flüge, mehr Umsatz: Der Flughafen München hat 2011 ein Rekordjahr verbucht. Die Zahl der Fluggäste stieg um neun Prozent auf rund 38 Millionen. „Kein anderer Flughafenstandort in Deutschland erreichte ein so hohes prozentuales Wachstum“, sagte Flughafenchef Michael Kerkloh am Donnerstag. In Europa rangiert München damit erstmals auf Platz sechs.

Der kräftige Zuwachs bringt den nach Frankfurt am Main zweitgrößten deutschen Airport allerdings weiter an die Kapazitätsgrenze: Für 2012 erwartet Kerkloh keinen nennenswerten Anstieg bei Starts- und Landungen mehr. Die Passagierzahlen werden aber weiter zulegen, erwartet der Manager.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Starts und Landungen erstmals seit 2008 wieder gestiegen - um fünf Prozent auf 410.000. Der Zuwachs an Passagieren ging vor allem auf das Konto größerer Maschinen und einer höheren Auslastung der Flüge.

Kerkloh betonte, dass weiteres Wachstum ohne die geplante, aber umstrittene dritte Startbahn nicht möglich sei. Mitte Januar hatte die bayerische Staatsregierung den Baubeginn verschoben. Sie will die Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs über die Klagen der Startbahn-Gegner abwarten. Der Umsatz des Airports stieg 2011 deutlich von 895 auf 950 Millionen Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Grünen sagen, dass die Zahl der Flugbewegungen um über 1000 Bewegungen abgenommen habe, und dass es für die Zukunft keinen weiteren Bedarf mehr geben würde. Das ist nicht zutreffend.

    Die großen Fluggesellschaften haben ihre Flugzeugflotte umgestellt von kleinen auf größere Flugzeuge. Alleine die Lufthansa hat ihre CJR-200 durch E135 oder A320 Flugzeuge ersetzt. Damit können mehr Passagiere pro Flugbewegung transportiert werden. Dieser Trend wird sich in naher Zukunft zwar weiter fortsetzen - irgendwann ist aber auch damit Schluß - es gibt keine größeren Flugzeuge die wirtschaftlich für kurze Strecken sind. Allerdings sinkt gleichzeitg die Anzahl der möglichen Flugbewegungen (und genau das berücksichtigen die Grünen nicht). Grund hierfür sind die von den Tragflächenspitzen ausgehenden Wirbelschleppen. Besonders größere Flugzeuge in der ICAO Klassifizierung Heavy (MTOW > 137 t) verursachen große Wirbelschleppen, so dass kleinere hinterher fliegende Flugzeuge einem größeren Abstand >5-6NM einhalten müssen und zeitlich mindestens 4 Minuten warten müssen. Landen zwei B737 hintereinander, müssen sie lediglich 3 Meilen Abstand nehmen - mit mind. 2 Minuten Zeitdiffernz. Folgt eine B737 einer B747 oder einem A380, muss sie 5 bzw. 6 Meilen Abstand halten mit 4 Minuten Differenz. Man sieht ... größere Flugzeuge transportieren mehr Passagiere, gleichzeitig sinken aber die mögliche Anzahl an Flugbewegungen. Das ist der Grund weshalb wir mit kleineren Flugzeugen im Jahre 2006 an der Grenze angelangt sind und heute mit "nur noch" 410.000 Bewegungen genauso uns an der Grenze befinden. Ich wünschte mir, dass die Leute nachdenken und selbstkritisch die Ausrufe der Grünen in Frage stellen. Das sind Laien, die keine Ahnung von der Komplexität einer Flugführung haben. Bei solchen Fragen wo es um die Sicherheit von Menschen geht, sollte man lieber den Experten der Deutschen Flugsicherung trauen und keine ideologisch überzeugte Politiker.

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