Starkes Wachstum in Deutschland
Billigflieger locken auf die Flughäfen

Der anhaltende Boom der Billigflieger lässt die Passagierzahlen an den internationalen Flughäfen in Deutschland weiter deutlich steigen.

HB FRANKFURT. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stieg die Zahl der Passagiere nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) im Jahresvergleich um 6,9 % auf 76,5 Millionen. Die Billigfluggesellschaften verzeichneten im Halbjahr den vorläufigen Zahlen zufolge ein Passagierwachstum von 40 % auf rund 13 Millionen, wie die ADV am Mittwoch mitteilte. Der Verband erwartet, dass das Wachstum der Billigflieger und der Flughäfen im Gesamtjahr in etwa auf dem jetzigen Niveau bleiben wird.

Die Luftfahrtbranche hat sich deutlich von den dramatischen Einbrüchen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA erholt. Europas zweitgrößter Flughafenbetreiber Fraport hat in den Monaten Januar bis Juni in Franfurt mehr Passagiere abgefertigt als jemals zuvor in einem Halbjahr. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern in Frankfurt mit einem Anstieg der Fluggastzahlen um drei Prozent auf 52,5 Mill. Passagiere. Auch die beiden größten Fluggesellschaften, die Deutsche Lufthansa und der Billigflieger Air Berlin, verzeichneten im ersten Halbjahr einen starken Anstieg der Passagierzahlen.

Der ADV erwartet, dass die Passagierzahlen an den Flughäfen auch 2006 weiter wachsen werden. Genauere Prognosen würden jedoch erst Ende des Jahres erstellt. Eine klare Absage erteilte der Verband Überlegungen innerhalb der Europäischen Union (EU), Sondersteuern auf Kerosin oder Flugtickets zu erheben. „Nach Berechnungen der ADV wäre bei Einführung einer zusätzlichen Steuer oder Ticketabgabe eine Mehrbelastung der Luftverkehrsbranche von mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr und ein Rückgang der Flugreisen um voraussichtlich fünf bis sechs Prozent zu erwarten“, sagte ADV-Präsident Walter Vill.

Bis zum Jahr 2015 wird laut ADV auf deutschen Flughäfen ein Zuwachs auf 256 Mill. Passagiere pro Jahr erwartet. Das würde einer Steigerung von 64 % im Vergleich zu 2004 entsprechen. „Das stellt große Herausforderungen an Infrastruktur und Umwelt“, sagte ADV-Präsident Walter Vill. Zudem müsse ein vernünftiges Verhältnis zu den Flughafenanrainern gefunden werden. Dazu gehöre, die Wohnbebauung nicht zu dicht an Flughäfen herankommen zu lassen. Notwendig sei außerdem eine Novellierung des Fluglärmgesetzes, um eine Grundlage für notwendige Lärmschutzmaßnahmen zu haben.

Der 1947 gegründeten ADV gehören alle internationalen Verkehrsflughäfen sowie mehr als 40 Regionalflughäfen und Verkehrslandeplätze in Deutschland an.

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