Start-up mit neuer App
Das Google der Berge

Outdoor-Fans können nun mit einer App den passenden Bergführer finden. Für das Münchener Start-up „Find me outside“ ist das erst der Anfang. Auch Sportler und Trainer anderer Disziplinen wollen sie zusammenbringen.

MünchenSuchen und Finden. Mit diesem simplen Geschäftsmodell ist Google groß geworden. Florian Birnkammer freilich ist überzeugt, dass sich auf der Homepage des Internetkonzerns längst nicht alles finden lässt, was die Leute suchen. Zum Beispiel Bergführer.

Der Münchener verbringt seine Freizeit – wann immer es geht – auf den Gipfeln der Alpen. Er weiß: Es kostet viel Zeit, den richtigen Bergführer aufzustöbern, und die passenden Begleiter für die Touren sowieso. Also hat sich der IT-Spezialist mit zwei Kompagnons daran gemacht, das zu ändern. Heraus gekommen ist „Guidefinder“, eine App, mit der staatlich geprüfte Bergführer und Sportbegeisterte zusammenkommen sollen.

Die elektronische Kontaktbörse für Kletterer und Skitourengeher wird allerdings nur der Anfang sein. „Dabei kann es natürlich nicht bleiben, dazu ist die Zielgruppe zu spitz“, erläutert der Firmengründer. Ob Wanderer, Radfahrer oder Segler, mit ihrem Unternehmen „Find me outside“ wollen die Bayern Sportlehrer und Athleten künftig auch in vielen anderen Disziplinen miteinander verkuppeln.

Doch erst einmal möchte die Drei-Mann-Firma jetzt ihre Guidefinder-App groß und bekannt machen. Im Sommer ist das Angebot gestartet: 100 Bergführer aus dem deutschsprachigen Teil der Alpen seien bereits an Bord, versichert Birnkammer; bis Jahresende sollen es 300 sein.

Zum Vergleich: Der Verband Deutscher Berg- und Skiführer zählt insgesamt 700 Mitglieder, dessen Pendant in Österreich kommt auf gut 1500 und in Südtirol haben sich 180 Profis zusammengeschlossen. Diese drei Verbände machen bei Guidefinder mit, nur die Schweizer Vereinigung fehlt noch. Die Bergführer können auf dem Portal Touren anbieten, ihre Profile einstellen oder Anfragen  beantworten.

Bergsportler wiederum können freie Plätze bei Touren suchen, aber auch selbst ihre Vorhaben vorstellen, für die sich dann Führer bewerben. Darüber hinaus können die Sportler nach Gleichgesinnten für einzelne Exkursionen fahnden. Der Vorteil: So lässt sich das Honorar aufteilen und es wird für jeden Einzelnen günstiger. Ein Tag mit Bergführer kostet in der Regel mindestens 300 Euro.

Für Bergführer und Athleten ist das Ganze kostenlos, ihr Geld wollen die drei Gründer mit der Wirtschaft machen: mit Sporthändlern und Hotels, mit Tourismusverbänden, Bergsportschulen und Ausrüstern. Die sollen die Sportler ganz gezielt ansprechen können. Mit dem Skitourenspezialisten Ortovox und dem Rucksackhersteller Deuter haben die Münchener bereits zwei renommierte Labels gefunden, mit denen sie zusammenarbeiten.

Doch die Jungunternehmer wollen mehr, sie möchten auch Car-Sharing-Anbieter, Bahnbetreiber, Gastronomen und viele mehr gewinnen, um Komplettpakete anzubieten: von dem Moment, an dem ein Sportler die Haustüre verlässt, bis zum Zeitpunkt, wenn er nach erfolgreicher Gipfelbesteigung wieder müde zuhause den Schlüssel herum dreht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%