Statt Produktion in Fernost: Adidas plant Mini-Fabriken

Statt Produktion in Fernost
Adidas plant Mini-Fabriken

Steigende Löhne und Zölle treiben die Entwicklung bei Adidas. Der Sportkonzern will weg von den riesigen Werken in Fernost. Stattdessen sollen lokale und flexible Fertigungen auf kleinstem Raum entstehen.
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HerzogenaurachAdidas besitzt keine einzige nennenswerte Fabrik. Fast 100 Prozent der Turnschuhe, Shirts und Bälle des größten europäischen Sportkonzerns kommt von Lieferanten, die zumeist in Asien in riesigen Werken produzieren.

Das könnte sich in den nächsten Jahren allerdings ändern. „Wir werden näher an die Kunden heran rücken und die Ware dort fertigen, wo die Käufer sind“, sagte Forschungschef Gerd Manz dem Handelsblatt. Unter dem Namen „Speedfactory“ hat Manz ein Projektteam zusammengestellt, das die Voraussetzungen dafür schaffen soll. „Ziel ist es, flexibel, lokal und auf kleinstem Raum zu produzieren.“

Zu den Vordenkern des Adidas-Managers gehören nicht nur Spezialisten aus dem eigenen Haus. Mit am Tisch sitzt der Autozulieferer Johnson Controls, der Roboterbauer KSL Keilmann sowie Forscher der TU München und der Hochschule Aachen.

Es hat mehrere Gründe, dass Adidas nicht mehr nur in Fernost produzieren will. Der wichtigste: Die Löhne im wichtigsten Produktionsland China steigen stark. Noch etwas spricht dafür, die Produktion zu den Kunden zu bringen: Zahllose Handelshemmnisse weltweit.

Adidas will daher künftig an jedem beliebigen Ort produzieren können. Chef-Forscher Manz: „Langfristig geht es darum, viel unabhängiger von den Arbeitskosten zu fertigen.“

Die neue Projektgruppe wird sich bis Frühjahr 2016 zunächst einmal die Schuhproduktion vornehmen. Manz: „Wir beginnen mit der Schaftfertigung, weil wir gerade bei den Schuhen enorm viele Varianten haben.“ Dabei geht es einerseits um neue Maschinen, andererseits aber auch um innovative Materialien und völlig neue Abläufe. Denn auch die Rohwaren-Lieferanten müssten sich komplett umstellen, weil sie dann viel kleinere Mengen an die einzelnen Fabriken liefern müssen.

Dazu kommt, dass die Marke mit den drei Streifen auch stärker auf die Kunden eingehen und ihnen individualisierte Produkte anbieten möchte. Das ist bei den großen Stückzahlen in Asiens Fabriken kaum möglich.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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  • nennt sich heimarbeit, gab es schon mal

  • Regionalisiert global gehen. Adidas hat verstanden. #LeanThinking

  • Nach der Globalisierung folgt der Trend hin zur Regionalisierung. Adidas ist diesbezüglich ein Vorreiter. Find ich gut!

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