Steigende Energiepreise helfen
RWE erfüllt Erwartungen

Preiserhöhungen bei Strom und Gas haben dem Essener Energiekonzern RWE im vergangenen Jahr trotz niedrigerer Umsätze zu einem deutlichen Gewinnanstieg verholfen.

HB ESSEN. Im neuen Jahr, das im Zeichen verstärkter staatlicher Auflagen im Strom- und Gasmarkt steht, rechnet der größte Stromerzeuger Deutschlands mit weiteren Gewinnsteigerungen, die aber geringer ausfallen dürften. Neben dem lukrativen Energiegeschäft und einer positiven Entwicklung im britischen Wassergeschäft sollen weitere Kosteneinsparungen das Ertragswachstum stützen. Bereinigt um weggefallene Firmenwert-Abschreibungen durch die Umstellung auf den neuen Bilanzierungsstandard IFRS sei der Überschuss um 10,3 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro gestiegen, teilte RWE bei der Vorlage der Bilanz 2004 mit.

Grund waren operative Ertragsverbesserungen und ein besseres Finanzergebnis. Das Betriebsergebnis stieg um 7,7 Prozent auf 5,98 Milliarden Euro. Bereinigt um verkaufte Unternehmen und Beteiligungen, vor allem Heidelberger Druck, Hochtief und Consol, betrug das Plus zehn Prozent. Der Vorsteuergewinn stieg um 85 Prozent auf 3,94 Milliarden Euro.

Dividende steigt

Für 2005 wolle RWE Nettogewinn und betriebliches Ergebnis prozentual einstellig steigern, kündigte der drittgrößte börsennotierte Energiekonzern Europas an. Belastend dürften sich höhere Kosten für Steinkohle auswirken, die in Kraftwerken benötigt wird. Auch durch die erstmalige staatliche Regulierung der Strom- und Gasnetze in diesem Jahr erwartet RWE negative Ergebniseffekte. RWE will im laufenden Jahr rund 200 Millionen Euro durch Kostensenkungen einsparen. Bis Ende 2006 soll sich die Einsparsumme insgesamt auf rund 680 Millionen Euro belaufen, davon wurden im vergangenen Jahr 180 Millionen Euro erreicht. Bereits am Dienstag hatte RWE mitgeteilt, die Dividende für 2004 um 20 Prozent auf 1,50 Euro je Aktie erhöhen zu wollen und auch in den Folgejahren weiter draufzusatteln.

Der Umsatz schrumpfte im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 42,14 Milliarden Euro. Hauptursache waren Desinvestitionen. Bereinigt um Sondereffekte und Wechselkurseffekte stieg der Umsatz um sechs Prozent. RWE hatte sich 2004 ganz auf seine Kernbereiche Energie und Wasser konzentriert und unter anderem das Druckgeschäft abgegeben. In diesem Jahr will sich RWE zudem von 70 Prozent seiner Anteile an RWE Umwelt trennen. Bis Montag nächster Woche muss das Kartellamt entschieden haben, ob und unter welchen Auflagen das Unternehmen Remondis, die frühere Rethmann-Gruppe, diese Anteile übernehmen kann. Die restlichen 30 Prozent will RWE in den kommenden drei Jahren veräußern. Einige Stadtwerke haben dafür bereits ihr Interesse bekundet. Insgesamt hat RWE in den vergangenen zwei Jahren Konzerntöchter und Firmenanteile im Wert von mehr als fünf Milliarden Euro verkauft. Die Nettofinanzverschuldung senkte RWE 2004 durch die Verkaufserlöse um 30,6 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro. Vor allem durch Unternehmensverkäufe sank die Mitarbeiterzahl um 24.500 auf 97.800.

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