Steigende Kosten
Hoteliers und Gastwirte fürchten ums Geschäft

Pessimistische Zukunftsaussichten: Während die Touristikbranche Konjunktureintrübungen und Kostensteigerungen bei Energie und Lebensmitteln noch ohne große Befürchtungen sieht, ist das Hotel- und Gaststättengewerbe deutlich skeptischer.



DÜSSELDORF. "Die Kostenseite macht unseren Betrieben sehr zu schaffen", sagt Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Gespräch mit dem Handelsblatt. Es gehe dabei nicht nur um die gestiegenen Preise beim Einkauf, sondern auch darum, dass der privat genauso gebeutelte Verbraucher ob seiner wachsenden Kosten nicht gerade in Konsumlaune sei. "Wenn wir dann noch die abflauende Konjunktur beobachten müssen, sind wir nicht allzu optimistisch", sagte Hartges.





Die eher skeptische Einschätzung bestätigt das von Reisedienstleister American Express jährlich erstellte Trendbarometer. 300 Hotel- und Restaurantmanager in fünf europäischen Ländern waren im Mittel längst nicht so positiv gestimmt wie ein Jahr zuvor. 30 Prozent der Befragten hielten die wirtschaftliche Gesamtsituation für eine große Herausforderung. Was die Zukunftsaussichten betrifft, sind der Untersuchung zufolge Hoteliers und Gastronomen in Deutschland und in Italien noch optimistischer als ihre Kollegen in Spanien, Großbritannien und Frankreich. Dort sei ein deutlicher Stimmungsabschwung zu verzeichnen gewesen, erklärt American Express.





Um ausbleibenden Gästen und Umsatzrückgängen entgegen zu wirken, setzen die befragten Branchenexperten auf dieselben Maßnahmen wie die Touristiker: Fast jeder dritte Hotelier ist zu Preisnachlässen bereit, in den Restaurants immerhin fast jeder fünfte Gastwirt. Den professionellen Gastgebern ist dabei klar, dass ihre Gäste in puncto Qualität und Service immer anspruchsvoller werden.





Der deutsche Branchenverband weist aber darauf hin, dass es auch im Gastgewerbe eine, so Hartges, "immer größer werdende Schere zwischen Gewinnern und Verlierern" gebe. So sei die Entwicklung der Stadthotels insbesondere in den Großstädten sehr erfreulich. Hier zeige sich deutlich der bisher anhaltende Boom im Städtetourismus. In vielen dieser Häuser laufe zudem das Tagungs- und Kongressgeschäft positiv. "Für viele unserer Mitgliedsbetriebe wird es eine ausgesprochen zufrieden stellende Herbstsaison im Geschäftsreise-Tourismus geben", sagte Hartges.





Mit Genugtuung sieht der Dehoga den wachsenden Anteil des Deutschland-Tourismus, auch wenn dieses Jahr das schlechte Sommerwetter wieder viele Erwartungen enttäuscht habe. Positiv sei die wachsende Zahl ausländischer Gäste, vor allem in der Hauptstadt Berlin.





Zu den Gewinnern der Branche zählten auch die "Quick-Service"-Betriebe wie Burger-Brater und Bäckereien mit eigenem Imbiss. Derartige Unternehmen würden Konjunkturschwächen wohl zu allerletzt spüren.



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