Steigende Rohstoffpreise: Süßwarenbranche in bitterer Stimmung

Steigende Rohstoffpreise
Süßwarenbranche in bitterer Stimmung

Über 30 Kilogramm Süßes isst der Verbraucher pro Kopf und Jahr. Die Preise - europaweit unschlagbar niedrig - sind dem weiter konstanten Appetit förderlich. Doch drastische Preissteigerungen lassen die Branche aufheulen.
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KölnDie Süßwarenindustrie hat unter stark steigenden Rohstoffpreisen vor allem für Zucker schwer zu knabbern. Die aktuelle Lage für die 220 industriellen Hersteller in Deutschland sei bitter, sagte Bastian Fassin vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie am Dienstag vor dem Start der weltgrößten Süßwarenmesse ISM am Sonntag in Köln.

2012 sei der wichtige Export erstmals seit 2005 mengenmäßig gesunken - um 4 Prozent auf knapp 1,7 Millionen Tonnen. Der Exportumsatz stagnierte bei 5,8 Milliarden Euro. Eine künstliche Verknappung des Zuckers durch die EU-Zuckerquote führe dazu, dass Wettbewerber am Weltmarkt diesen Rohstoff inzwischen zur Hälfte des europäischen Preises beziehen.

In der EU - auch in Deutschland - sei es als Folge auf die Zuckermarktprobleme bereits zu Betriebsschließungen oder Übernahmen in der Süßwarenindustrie gekommen, betonte Fassin. Hierzulande wurden 2012 rund 500 Arbeitsplätze in der drittgrößten Branche der Ernährungsindustrie abgebaut. Die Gesamtproduktion an Süßem und Knabberartikeln sank insgesamt leicht auf knapp 3,8 Millionen Tonnen und einen Umsatz von 12,5 Milliarden Euro. Der Exportanteil verringerte sich um rund einen Punkt auf 44,4 Prozent.

Der Verbraucher konnte sich 2012 über die europaweit niedrigsten Preise für Süßwaren freuen, die aber in diesem Jahr steigen werden, wie der Arbeitskreis ISM ankündigte. Für einen Warenkorb mit 17 Markenartikeln zahlt - einer Studie unter 20 EU-Ländern zufolge - der deutsche Konsument rund 23,50 Euro, der Durchschnittpreis liegt gut sieben Euro höher. Sogar Slowaken und Bulgaren müssen für Schokoladen, Fruchtgummi und Chips deutlich mehr zahlen. Pro Kopf nahmen die Verbraucher bundesweit im Schnitt knapp 32 Kilogramm Naschwerk pro Jahr zu sich - ein nahezu konstanter Wert.

Der Handel zeigte sich mit einem Umsatzzuwachs von 2,5 Prozent auf 10 Milliarden Euro für das vergangene Jahr zufrieden. Olympia und die Fußball-Euromeisterschaft habe den Appetit vor allem auf salzige Snacks deutlich wachsen lassen, sagte Stefan Genth vom Handelsverband Deutschland. Die für die Industrie kritische Rohstoffsituation werde aber 2013 auch Handel und Verbraucher erreichen.

Kommentare zu "Süßwarenbranche in bitterer Stimmung"

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  • Sorry, aber der Zuckerpreis ist von April 2012 bis heute von 26 USCent auf 18,40 USCent gefallen. Wie kann man da schreiben, dass Süßwaren-Hersteller über die hohen Kosten aus gestiegenen Zuckerpreisen klagen? Was sagen die erst, wenn der Preis um dieselbe Spanne wirklich steigt? Das ist Jammern ohne Not und ganz mieser Journalismus!!!tMrKdj

  • Sorry, aber der Zuckerpreis ist von April 2012 bis heute von 26 USCent auf 18,40 USCent gefallen. Wie kann man da schreiben, dass Süßwaren-Hersteller über die hohen Kosten aus gestiegenen Zuckerpreisen klagen? Was sagen die erst, wenn der Preis um dieselbe Spanne wirklich steigt? Das ist Jammern ohne Not und ganz mieser Journalismus!!!

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