Steinhoff kauft Poundland Poco-Mutter schnappt sich britische Billigkette

Nach mehreren Versuchen hat Steinhoff mit einer Übernahme in Großbritannien Erfolg. Der deutsch-südafrikanische Möbelriese schluckt die britische Billigkette Poundland. Doch die Expansion soll weitergehen.
Der Möbelriese Steinhoff übernimmt die britische Billigkette. Quelle: Reuters
Poundland-Filiale in London

Der Möbelriese Steinhoff übernimmt die britische Billigkette.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer deutsch-südafrikanische Möbelriese Steinhoff kommt bei seinen Bemühungen um eine Übernahme in Europa im dritten Anlauf offenbar zum Zug. Das Management der britischen Billig-Ladenkette Poundland stellte sich am Mittwoch hinter die Offerte von Steinhoff über 597 Millionen Pfund (716 Millionen Euro), wie beide Unternehmen mitteilten.

Poundland setzt in rund 900 Filialen in Großbritannien, Irland und Spanien mehr als eine Milliarde Pfund um, kämpft aber mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen. Poundland verkauft in seinen britischen Läden alle Artikel für ein Pfund. Steinhoff-Chef Markus Jooste erklärte, die Unternehmen passten gut zusammen.

Steinhoff ist in Europa vor allem als Möbelhändler bekannt. Zum Konzern gehören die „Poco“-Märkte in Deutschland, die Ketten „Kika“ und „Leiner“ in Österreich sowie „Conforama“ in Frankreich. Das Unternehmen war im Dezember von der Börse in Johannesburg nach Frankfurt gewechselt und ist ein Schwergewicht im Nebenwerteindex MDax. In Südafrika tummelt sich das Unternehmen aber auch in anderen Bereichen des Einzelhandels wie Textilien. Steinhoff will Jooste zufolge in Großbritannien und Europa ein Einzelhandels-Netz im niedrigen Preissegment aufbauen.

Der Möbelkonzern hatte sich in den vergangenen Wochen bereits mit 23,6 Prozent bei Poundland eingekauft und hat nun nach eigenen Angaben gut 30 Prozent der Anteile sicher. Damit die Übernahme zustande kommt, braucht Steinhoff aber 75 Prozent.

Poundland hatte sich anfangs gegen die Übernahme gesperrt. Nun erklärte Chairman Darren Shapland, die Aktionäre könnten mit dem Verkauf den Wert ihres Investments schneller steigern als durch die Sanierung von Poundland – zumal die Konjunkturaussichten in Großbritannien unsicherer geworden seien. Es ist die größte Übernahme eines börsennotierten britischen Unternehmens seit der Abstimmung über den EU-Ausstieg am 23. Juni. Zahlreiche Projekte waren seither auf Eis gelegt worden.

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Die Offerte über 222 Pence je Aktie liegt 13 Prozent über dem Schlusskurs vom Dienstag, aber fast 40 Prozent über dem Kurs bei Ankündigung der Pläne Mitte Juni. Am Mittwoch stiegen Poundland-Aktien auf 220 Pence. Noch im Februar 2015 waren sie zu 418 Pence gehandelt worden.

Steinhoff war zuletzt mit zwei Übernahmeversuchen in Großbritannien gescheitert. Beim drittgrößten europäischen Elektronik-Händler Darty war der Möbelriese nach einem wochenlangen Bietergefecht von der französischen Groupe Fnac ausgestochen worden. Vom britischen Katalog-Möbelhändler Home Retail („Argos“) ließ Steinhoff nach einer Prüfung der Bücher die Finger und gab der britischen Supermarktkette Sainsbury den Vortritt.

  • rtr
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