Stellenabbau bei WMF
„Sparen ist kein Geschäftsmodell“

WMF muss scharfe Kritik für seinen Sparkurs einstecken. Auf der Hauptversammlung kritisieren Aktionärsvertreter die geplanten Stellenstreichungen. Der neue WMF-Chef Peter Feld verteidigt sein Vorgehen indes.
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StuttgartNach dem angekündigten Abbau von bis zu 600 Arbeitsplätzen haben Aktionäre den neuen WMF-Chef Peter Feld heftig kritisiert. „Ich warne davor, dass sie keinen Stein auf dem anderen lassen. Sparen ist kein Geschäftsmodell“, sagte Hardy Hamann von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Donnerstag in Stuttgart bei der Hauptversammlung. „Sie haben keinen Scherbenhaufen angetroffen und sie sollen keinen hinterlassen.“

Der Küchenhersteller will einem Sprecher zufolge bis zu 600 Stellen streichen, gut 50 Filialen schließen und die bisher 33 Logistikzentren an zwei Standorten zusammenfassen. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen zuletzt rund 6100 Mitarbeiter.

Feld verteidigte die Pläne: „Ich bin mir bewusst, dass die Änderungen für einige Mitarbeiter harte Folgen haben werden.“ Doch die Maßnahmen seien notwendig für eine neue Ausrichtung des Konzerns. WMF will nach den Plänen von Feld künftig das Auslandsgeschäft stärken, um zu wachsen. Der Konzern hatte 2013 einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verbucht, in diesem Jahr will WMF wieder leicht zulegen.

Feld hatte erst im August 2013 nach dem Einstieg des Finanzinvestors KKR die Führung bei WMF übernommen. Der Finanzinvestor begrüßte die Pläne: „Uns ist bewusst, dass mit den vorgesehenen Maßnahmen harte Einschnitte verbunden sind. Diese Maßnahmen sind aber erforderlich“, sagte ein KKR-Sprecher.

Mit Hilfe des Umbaus will der Spezialist für Kaffeemaschinen, Besteck und Küchengeräte 30 Millionen Euro jährlich sparen, die Personalkosten sollen um zehn Prozent sinken. Der Personalabbau solle so sozialverträglich wie möglich erfolgen, sagte Feld. Die Konzernspitze stehe in Verhandlungen mit dem Betriebsrat.

Vor der Aktionärstreffen hatten Hunderte Beschäftigte des Küchenausrüsters gegen die Kürzungen demonstriert. Die Gewerkschaft IG Metall sprach von bis zu 700 Teilnehmern, die Polizei von rund 600.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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