Steuererleichterung für Fluggesellschaften
Italiens Regierung stützt Alitalia

Die italienische Regierung hilft der angeschlagenen Fluglinie Alitalia. Per Erlass hat die Regierung niedrigere Überflug- und Flughafengebühren und Steuern verordnet.

kk MAILAND. Vize-Transportminister Mario Tassone betonte zwar, es handele sich um eine generelle Erleichterung für die Luftfahrtindustrie mit einem Wert zwischen 120 bis 124 Mill. Euro. Doch allein 30 Prozent davon kommen Alitalia zugute. Mit dem Paket will die Regierung den Fluggesellschaften helfen, die stark gestiegenen Treibstoffpreise auszugleichen.

Das Vorgehen der Italiener wirft wettbewerbsrechtliche Bedenken auf, denn in anderen Ländern müssen Fluggesellschaften trotz der gestiegenen Ölpreise ohne Staatshilfen auskommen. Die Wettbewerbsregeln der EU verbieten den Mitgliedsländern, angeschlagene Fluggesellschaften durch staatliche Hilfen vor der Pleite zu bewahren.

Eine Sprecherin der Alitalia betonte jedoch, dass es sich nicht um gezielte Hilfen für Alitalia, sondern für den gesamten Sektor handele. Eine Genehmigung der EU-Kommission sei daher nicht nötig. Die Lufthansa wollte sich nicht zu den Maßnahmen äußern.

Für Alitalia sind die fast 40 Mill. Euro eine Überlebenshilfe, die aber bei weitem nicht ausreicht. Die überschuldete Fluggesellschaft, die in den vergangenen 16 Jahren nur viermal einen Gewinn geschrieben hat, hatte Ende August nur noch 300 Mill. Euro liquide Mittel. Nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ reichen die Mittel nur noch für 100 Tage. Im vergangenen Jahr verlor das Unternehmen 810 Mill. Euro. Für dieses Jahr wird mit einem Verlust von 200 Mill. Euro gerechnet, doppelt so viel wie im Sanierungsplan vorgesehen.

Entscheidend ist daher, dass die seit langem geplante Kapitalerhöhung im Wert von 1,2 Mrd. Euro zustande kommt. Gestern haben sich Vertreter der Alitalia im Wirtschaftsministeriums mit Vertretern der Deutschen Bank und Banca Intesa getroffen, die die Kapitalerhöhung garantieren sollen. Wie aus Finanzkreisen zu hören ist, verlangt vor allem die Banca Intesa weitere Informationen zum Geschäftsplan. Die Fluglinie werde ihren Geschäftsplan in der kommenden Woche präsentieren. Danach sollen voraussichtlich zusätzliche 1500 Stellen gestrichen werden.

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