Steuerhinterziehung
Dritter Unister-Manager verhaftet

Die Polizei hat am Freitag einen dritten Unister-Manager festgenommen. Er gehört zu den Führungskräften, gegen die wegen Steuerhinterziehung ermittelt wird. Auch gegen den Datenschutz soll der Konzern verstoßen haben.
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LeipzigDer Fall Unister zieht immer weitere Kreise: Am Freitag wurde ein dritter Manager der Internetfirma mit Portalen wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de verhaftet. Im Zuge der Ermittlungen habe sich der Tatverdacht erhärtet, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden, Wolfgang Klein. Es bestehe Verdunkelungsgefahr. Am Dienstag waren bereits die beiden Top-Manager der Internetfirma nach einer Razzia verhaftet worden.

Der nun verhaftete Mann gehöre zu den acht Führungskräften, gegen die bereits wegen des Verdachts auf unbefugten Vertrieb von Versicherungsprodukten und Steuerhinterziehung ermittelt wird. Nähere Angaben, um wen genau es sich handelt, machte Klein nicht.

Unister soll auf seinen Reiseportalen einen Stornoschutz angeboten haben, der einer Versicherung gleichkommt. Eine Genehmigung dafür hat die Firma laut Ermittlern aber nicht gehabt. Mit dem Stornoschutz muss Unister Millionen umgesetzt haben, denn die Generalstaatsanwaltschaft beziffert allein den entstandenen Steuerschaden auf eine Million Euro.

Unister hatte das Vorgehen der Ermittler kritisiert, da die Angelegenheit strittig gewesen sei und das Unternehmen in Gesprächen mit den Aufsichtsbehörden stehe. Der Verkauf der umstrittenen Produkte wurde am Mittwoch eingestellt.

 

Am Donnerstag waren neue Vorwürfe gegen die Internetfirma aufgekommen. Unister habe gegen das Datenschutzgesetz verstoßen, sagte der Sprecher des Sächsischen Datenschutzbeauftragten, Andreas Schneider. Einer der beiden Unister-Geschäftsführer – der derzeit wegen der anderen Vorwürfe in Untersuchungshaft sitzt – sei gleichzeitig auch Datenschutzbeauftragter. Dies aber sei gesetzlich verboten, da er als Mitgesellschafter wirtschaftliche Eigeninteressen besäße und damit den Schutz sensibler Kundendaten nicht gewährleisten könne.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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