Steuervergehen verfolgen Wirtschaftsprüfer
KPMG droht Anklage in USA

Die US-Justizbehörden erwägen eine Anklage gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" werfen die Ermittler der Firma vor, Kunden bei der Hinterziehung von Steuern geholfen und die Justiz behindert zu haben.

tor NEW YORK. Die Ermittlungen laufen seit mehr als zwei Jahren und richten sich auch gegen einzelne Partner der Gesellschaft. Jetzt erwägen die Ermittler eine Anklage, schreibt die Zeitung unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Anwälte.

KPMG bestätigte Gespräche mit den Justizbehörden über die Vorwürfe. Man bedauere das ungesetzliche Verhalten früherer Partner. Die umstrittenen Dienstleistungen würden nicht mehr angeboten. Die Ermittlungen gegen KPMG seien Teil einer Untersuchung der US-Behörden gegen Wirtschaftsprüfer, Anwaltskanzleien und Banken. Den Firmen wird vorgeworfen, in den 1990er Jahren aggressiv Steuermodelle angeboten zu haben, durch die dem Fiskus Milliardeneinnahmen entgangen sein sollen. Ernst & Young und Pricewaterhouse Coopers haben deswegen Strafen in Millionenhöhe gezahlt.

Eine strafrechtliche Anklage gegen KPMG könnte die Existenz der Gesellschaft gefährden. Die Verurteilung des Wirtschaftsprüfers Arthur Andersen wegen der Verwicklung in den Enron-Skandal hatte zum Zusammenbruch der Firma geführt. Allerdings hob der Oberste Gerichtshof das Urteil kürzlich auf - die Justizbehörden dürften deshalb im Fall KPMG vorsichtiger agieren.

Eine Anklage gegen KPMG könnte zudem die Konzentration unter den vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften weiter vorantreiben. Sowohl die Firmen selbst als auch Wettbewerbsexperten halten eine Marktstruktur mit nur noch drei großen Anbietern für schädlich.

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