Stolpe fordert Ausgleich für Maut-Ausfälle
Toll-Collect-Manager muss um Job bangen

Toll-Collect-Geschäftsführer Michael Rummel muss möglicherweise bald seinen Stuhl räumen. Wegen der Pannen-Serie bei der LKW-Maut wollen die am Betreiberkonsortium beteiligten Konzerne Deutsche Telekom und Daimler-Chrysler in den nächsten Tagen über eine Auflösung seines Vertrages verhandeln. Das verlautete aus Unternehmenskreisen.

huh/slo/zel/dpa DÜSSELDORF. Die Gespräche könnten allerdings schwierig werden, heißt es im Umfeld des Konsortiums. Denn inzwischen seien die beiden Toll-Collect- Muttergesellschaften über einige Dinge völlig uneins. Die Telekom halte das Krisenmanagement Rummels seit längerem für ebenso misslungen wie das von Klaus Mangold, dem bei Daimler für die Maut verantwortlichen Vorstand. Auch über die vom Parlament geforderte Offenlegung der Mautverträge seien die Partner zerstritten. Während die Telekom dem zustimme, wolle Mangold die Parlamentarier nur mündlich unterrichten.

Daher bleibt unklar, ob und in welcher Form die Verträge offen gelegt werden. Fest steht bisher nur so viel: Auf einer Sitzung des Verkehrsausschusses am kommenden Mittwoch wird Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe über die Inhalte des Vertrages berichten.

Auch in Aufsichtsratskreisen von Daimler-Chrysler verschärft sich die Kritik an Mangold: Über seine Position hätte man sicherlich nachdenken müssen, wenn er nicht ohnehin zum Jahresende aus dem Konzern ausscheiden würde, heißt es.

Bisher hat sich Mangold hinter seinen Daimler-Kollegen Rummel gestellt. „Da der Druck auf Mangold zunimmt, wackelt Rummels Stuhl jetzt stärker“, verlautete aus Kreisen von Toll Collect. Ursprünglich sei ohnehin vereinbart gewesen, dass Rummel seinen Posten bei Toll Collect nach dem Aufbau des LKW-Mautsystems räume und den Stab an Hans-Burghardt Ziermann übergebe, den CEO des Unternehmens. „Derzeit ist noch unklar, wann dieser Zeitpunkt kommt“, heißt es. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ hat Rummel Anspruch auf eine Prämie in Höhe von einer Million Euro zusätzlich zu seinem Gehalt, wenn die Betriebszulassung für das Maut-System erteilt werde.

Der Sprecher des Unternehmens wollte sich zu den Spekulationen über Rummel nicht äußern. Zum Streit zwischen den beteiligten Unternehmen sagte er: Es gebe keinen Dissens zwischen den Partnern.

Unterdessen verschärft sich offensichtlich der Streit um einen Schadensersatz für Einnahmeausfälle des Bundes von monatlich 156 Mill. Euro, die dem Staat durch die Verzögerung des Maut-Starts entgehen. Verkehrsminister Stolpe bekräftigte seine Forderung nach einem Ausgleich. Toll Collect lehnt dies ab und bekräftigte die Position, dass es keine Gespräche über Schadensersatz geben werde, weil alle Fragen bereits vertraglich geregelt seien.

Die Spediteure verlieren derweil die Geduld: „Spediteure haben den Einbau der Mautsysteme gestoppt und defekte Geräte nicht durch neue ersetzt“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung, Karlheinz Schmidt, der „Bild am Sonntag“. Laut einer Befragung der Transportunternehmer funktioniere nur jedes 15. Mautgerät.

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