Strategie nach dem Verkauf an das Hamburger Konsortium
Jobgarantie bei Hapag-Lloyd

Der Vorstandschef von Hapag-Lloyd, Michael Behrendt, hat nach dem Verkauf der Reederei an ein Hamburger Konsortium eine Jobgarantie ausgesprochen. Und die gilt auch für ihn selbst: Behrendt bleibt Chef bei Hapag, scheidet allerdings aus dem Vorstand des Mutterkonzerns Tui aus.

HB DÜSSELDORF. Trotz Finanzkrise und wirtschaftlichem Abschwung könne er einen Arbeitsplatzabbau zu 100 „Prozent ausschließen“, sagte Behrendt. Er begründete seine Zusicherung mit der Struktur der Reederei: „Wir haben Logistiksysteme, wie wir sie brauchen. Wir sind schlank aufgestellt.“ Allein in der Containerschifffahrt beschäftigt Hapag-Lloyd rund 7700 Mitarbeiter, 2000 sind am Firmensitz am Ballindamm tätig.

Trotz konjunkturell rauer werdender See zeigte sich Behrendt zuversichtlich für die Geschäftsentwicklung. „Die Erfahrung zeigt, dass Hapag-Lloyd in schwierigen Zeiten besser aufgestellt ist als die Wettbewerber.“ So habe das auf Containerschifffahrt spezialisierte Unternehmen auch 2002 schwarze Zahlen geschrieben, als andere bereits rot sahen.

Im zweiten Quartal 2008 hatte das Unternehmen, dass vom Reisekonzern TUI mehrheitlich an ein Hamburger Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne geht, den Umsatz um 2,6 Prozent auf rund 1,5 Mrd. Euro erhöht.

„Ich bin auch mit dem laufenden Quartal nicht unzufrieden“, sagte Behrendt vor dem Hintergrund der Finanzkrise. Zwar sei auch er von zweistelligen Wachstumsraten in der Vergangenheit verwöhnt worden, aber: „Wir schreiben immer noch Wachstum, wenn auch kein so starkes mehr.“ Die Schiffe aus Asien führen mit einer Auslastung von bis zu 90 Prozent.

Die Zuwächse der Reederei resultierten im zweiten Quartal bei leicht gestiegenen Mengen aus einem verbesserten Niveau bei den Frachtraten. Das operative Ergebnis sprang von 13 auf 89 Mio. Euro, bereinigt um Sondereffekte auf 115 Mio. Euro.

Der Verkauf der Reederei Hapag-Lloyd an das Hamburger Konsortium ist nach Angaben des Reisekonzerns TUItrotz der Finanzkrise nicht in Gefahr. Die Investorengruppe habe die Finanzierung gesichert. TUI-Finanzvorstand Rainer Feuerhake sagte am Montag, Er sehe keinen Grund, warum die Transaktion nicht zustandekommen solle. Nach einem Verkauf der Mehrheit werde Hapag-Lloyd weiterhin Dividenden an die ehemalige Mutter abführen. Für 2008 erwarte TUI eine Ausschüttung von 150 Mio. Euro.

Eine Zustimmung der Hauptversammlung zu geplanten Verkauf von zwei Drittel der Anteile sei nicht erforderlich. Erst wenn sich TUI auch von den verbleibenden 33 Prozent an der Reederei trennen wolle, müsse dies von den Aktionären abgesegnet werden, sagte Feuerhake.

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