Strategieänderung
Deutsche Supermärkte bereiten Comeback vor

Weg von den Wühltischen und Non-Food-Waren: Mit deutlich mehr Frischeartikeln stemmen sich Deutschlands Supermärkte gegen die Discounter. Die sind ihnen allerdings dicht auf den Fersen. Auch sie räumen immer mehr Obst- und Gemüseartikel in ihre Läden. Ganz freiwillig dürften die meisten Lebensmittelhändler diesen Schwenk allerdings nicht vollzogen haben.

DÜSSELDORF. Deutschlands Supermärkte besinnen sich wieder auf ihr Kerngeschäft und reduzieren ihr Nonfood-Angebot. Das ist das Ergebnis von Untersuchungen des Kölner Euro-Handelsinstituts (EHI). Investiert werde derzeit vor allem in das Frischesortiment.

Die klassischen Supermärkte hätten ihr Angebot in den vergangenen fünf Jahren deutlich erweitert, um den gehobenen Ansprüchen der Verbraucher gerecht zu werden. So sei bei ihnen das Frischeregal um rund 150 Produkte ausgebaut worden. Inzwischen führen Supermärkte damit etwa 1 600 Frischeartikel – von durchschnittlich insgesamt 10 200 Artikeln.

Dabei sind ihnen allerdings die Discounter dicht auf den Fersen. Auch sie räumen immer mehr Obst- und Gemüseartikel in ihre Läden. Das Erstaunliche: In der Relation besitzen Aldi, Lidl & Co. sogar einen größeren Frischeanteil als die traditionellen Supermärkte. Denn Läden von Edeka, Rewe oder Tengelmann besitzen ein fünfmal so großes Sortiment wie Deutschlands Discounter. Ihr Frischesortiment, hat das EHI ermittelt, ist aber nur dreimal so groß wie das von Aldi, Lidl oder Plus. Rund 500 Frische-Artikel führen Discounter heute.

Um sich bei der Kundschaft zu profilieren, leisten sich Deuschlands Lebensmittelverkäufer zudem immer mehr Produkte, die nur von bestimmten Randgruppen gekauft werden. So tauchen nach Beobachtungen des EHI in den Supermärkten neben umfangreichen Bio- und Convenience-Sortimenten zunehmend Allergiker- und Diätprodukte, ethnische Spezialitäten sowie Babybedarf auf.

„Der verstärkte Einsatz elektronischer Warenwirtschaftssysteme im Handel zeigt, bei welchen Sortimenten die Akzeptanz der Kunden am höchsten ist“, berichtet Hartmut-E. Kuhn, Geschäftsführer der Koblenzer Unternehmensberatung Spezialisten für Filialisten. „Dabei zeigt sich, dass die Verbraucher vorwiegend zu Frischeartikeln greifen“, sagt er.

Für Kuhn bedeutet die Abkehr der Supermarktbetreiber von den mit T-Shirts, Gartenartikeln und Kinderspielzeugen bepackten Wühltischen eine Trendwende: „In den vergangenen Jahren haben die Supermarktbetreiber vor allem den Wettbewerb im Auge gehabt, um ihn zu kopieren“, sagt er, „nun orientieren sich die Händler wieder an den Wünschen ihrer Kunden.“

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